
Ein humanoider Roboter des chinesischen Teams X-Humanoid hat bei der Eröffnung der World Humanoid Robot Games in Peking 100 Meter in 9,39 Sekunden zurückgelegt. Ein weiterer Roboter, entwickelt von Honor, kam laut chinesischem Staatsfernsehen auf 9,32 Sekunden.
Die Eröffnungsfeier der zweiten Ausgabe der World Humanoid Robot Games am 22. August 2026 stand im Zeichen mehrerer Geschwindigkeitsvorführungen. Die gemeldeten Zeiten liegen unter dem Weltrekord der Männer über 100 Meter, den Usain Bolt mit 9,58 Sekunden aufgestellt hat. Allerdings handelt es sich um Leistungen humanoider Roboter, nicht um offizielle Rekorde der Leichtathletik.
X-Humanoid: 100-Meter-Sprint in 9,39 Sekunden
Bei der Eröffnungsfeier in Peking überquerte ein Roboter des chinesischen Teams X-Humanoid nach 9,39 Sekunden die Ziellinie. Das geht aus Angaben des chinesischen Staatsfernsehens hervor.
Die Vorführung machte zugleich ein konkretes Problem sichtbar: Nach ihren Sprints prallten die Roboter am Ende des Laufs gegen eine Sicherheitsbarriere. Die Szene zeigt, wie schwierig es ist, humanoide Maschinen bei hoher Geschwindigkeit zum Stehen zu bringen.
Das vorgestellte Ergebnis stammt aus einer sportlichen Vorführung und wurde nicht offiziell nach den Regeln der Leichtathletik bestätigt.
Honor-Roboter Blitz kommt auf 9,32 Sekunden
Auch der chinesische Smartphonehersteller Honor präsentierte laut chinesischem Staatsfernsehen eine Zeit von 9,32 Sekunden über 100 Meter. Diese Zeit wurde vor dem Lauf von X-Humanoid erzielt und liegt 0,07 Sekunden unter der für den Konkurrenten gemeldeten Zeit.
Der Honor-Roboter mit dem Namen Blitz hatte bereits im April 2026 an einem Ausdauerwettbewerb teilgenommen. Den Berichten zufolge legte er dabei die Halbmarathondistanz von rund 21 Kilometern in 50 Minuten und 26 Sekunden zurück. Das ist schneller als der Weltrekord von Menschen über diese Distanz.
Beide Vorführungen zeigen die Fähigkeit zur schnellen Fortbewegung über unterschiedliche Distanzen: im kurzen Sprint und im Ausdauerlauf. Eine kommerzielle Präsentation der Roboter waren sie nicht.
Über 2.000 Roboter in 51 Disziplinen in Peking erwartet
Die World Humanoid Robot Games finden im Olympia-Eisschnelllaufoval von Peking statt. Die Wettbewerbe laufen bis zum 26. August 2026.
Nach Angaben der Veranstalter sollen an der zweiten Ausgabe mehr als 660 Teams und über 2.000 Roboter aus 16 Ländern teilnehmen. Die meisten Teams kommen aus China und vertreten Unternehmen oder Universitäten.
Das Programm umfasst 51 Disziplinen, aufgeteilt in sportliche Wettbewerbe und Simulationen praktischer Situationen:
- Leichtathletik: Laufwettbewerbe, Weitsprung und Gewichtheben.
- Mannschafts- und Einzelsport: Fußball und Tischtennis.
- Anwendungen im Haushalt: Erledigung von Hausarbeiten.
- Berufliche Anwendungen: Rettungseinsätze und Tätigkeiten an Fertigungslinien.
In diesen Disziplinen können die Teams ihre Roboter in sehr unterschiedlichen Umgebungen zeigen, von Geschwindigkeitswettbewerben bis zu Handhabungsaufgaben aus dem Alltag und der Industrie.
China setzt bei humanoiden Robotern auf Unternehmen und Universitäten
Die chinesische Regierung hat verkörperte KI (Embodied AI) zur Zukunftsbranche erklärt. Gemeint ist die Verbindung von KI-Systemen mit Maschinen, die physisch mit ihrer Umgebung interagieren können.
Begleitet wird dieser Kurs von hohen Investitionen chinesischer Unternehmen und Universitäten in die Forschung an humanoiden Robotern und deren Bau.
Dass bei den World Humanoid Robot Games mehrheitlich chinesische Teams antreten, spiegelt dieses Engagement von Industrie und Hochschulen wider. Die Disziplinen aus Fertigung, Rettung und Haushalt ergänzen die sportlichen Vorführungen und zeigen mögliche Einsatzbereiche dieser Maschinen im Beruf und im Alltag.