Pepper und NAO, die beiden humanoiden Roboter des Pariser Unternehmens Aldebaran, waren lange mit SoftBank Robotics verbunden. Heute liegen sie nicht mehr in derselben Hand. NAO vertreibt Maxtronics Robotics SAS mit Sitz in Issy-les-Moulineaux, die sich selbst als ehemaliges Aldebaran bezeichnet. Pepper wird je nach Quelle seit 2020 oder 2021 nicht mehr produziert. In Japan bietet SoftBank Robotics inzwischen eine neue Version namens Pepper+ an, allerdings ausschließlich zur Miete.
Wer stellt Pepper und NAO heute her?
Die Website maxtronics.com hat aldebaran.com abgelöst, die alte Adresse leitet dauerhaft dorthin weiter. Maxtronics Robotics SAS beschreibt sich dort als ehemaliges Aldebaran. Zum Angebot gehören der NAO6, die Softwarelizenz NAO Activities und ein NAO7-Projekt. Der NAO6 ist das einzige NAO-Modell im Verkauf, und der technische Support von Maxtronics ist „auf NAO 6 beschränkt“.
Die Vermögenswerte von Aldebaran übernahm im Juli 2025 die Maxvision Technology Corp. aus Shenzhen, ein Spezialist für biometrische Authentifizierung und Videoidentifikation. Laut The Robot Report und heise online umfasst die Vereinbarung die technologischen Vermögenswerte und das geistige Eigentum an Pepper und NAO. Maxvision kündigte die Gründung einer französischen Tochtergesellschaft an, die für Forschung und Entwicklung sowie den Kundendienst zuständig sein soll. Presseberichten zufolge werden die Roboter in China gefertigt.
Zu Pepper stellt Maxtronics klar, man „leistet keinen technischen Support“. Das Unternehmen sucht einen europäischen Partner, der Verkauf, Reparatur und Support des Roboters übernimmt. In Japan vermietet SoftBank Robotics Japan den Pepper+. Die Konzernwebsite softbankrobotics.com, die das Unternehmen als „robot integrator“ vorstellt, erwähnt auf Start- und Unternehmensseite weder Pepper+ noch einen anderen aktuellen humanoiden Roboter.
Von Aldebaran zu Maxtronics: die Eigentümerwechsel im Überblick
- 2005: Bruno Maisonnier gründet Aldebaran in Paris (AFP).
- 2012: SoftBank übernimmt die Kontrolle über Aldebaran, das in SoftBank Robotics Europe umbenannt wird (AFP). The Robot Report beziffert den Kaufpreis auf 100 Millionen Dollar.
- Juni 2022: SoftBank Robotics Europe nimmt laut einer EMEA-Seite von softbankrobotics.com wieder den Namen Aldebaran an. Im selben Jahr kauft die deutsche United Robotics Group, eine Tochter der RAG-Stiftung, das Unternehmen (AFP). Laut TechCrunch wird Aldebaran damit eine von acht Marken der Gruppe. Diese erklärte, sie wolle „unsere Angebote für bestehende Produkte wie Pepper und Nao verbessern“.
- 2025: Laut AFP wird für Aldebaran im Januar ein Schutzverfahren eröffnet, im Februar folgt ein gerichtliches Sanierungsverfahren. Am Montag, 2. Juni 2025, ordnet das Pariser Handelsgericht die gerichtliche Liquidation an. Thomas Novalic, Anwalt der Arbeitnehmervertretung CSE, spricht von 106 entlassenen Beschäftigten. Zwei Übernahmeangebote lagen vor, von Jean-Marie Van Appelghem und von Malik Bachouchi. Das zweite wurde für unzulässig erklärt.
- Juli 2025: Die Vermögenswerte werden mit einem Mindestgebot von 500.000 Euro versteigert. Laut Solutions Numériques erwirbt Maxvision sämtliche Vermögenswerte (Patente, Code, Lagerbestände) für 900.000 Euro. Maxvision kündigt an, beide Produktlinien ohne Entlassungen weiterzuführen und in Europa sowie Nordamerika zu investieren (heise online). Heise online berichtet zudem von der Sorge mehrerer Universitäten, Pepper und NAO könnten keine Updates mehr erhalten.
Maxtronics bezeichnet Aldebaran und die United Robotics Group inzwischen als „endgültig geschlossen“. Solutions Numériques weist darauf hin, dass RobotLAB, langjähriger Händler in den USA und Südamerika, die Produktlinien NAO und Pepper für diese Regionen 2020-2021 übernommen hatte. RobotLAB soll dort rund 8.000 Roboter verkauft haben, etwa 25 % des weltweiten Absatzes.
Pepper: offizielle technische Daten
Die Pepper-Seite der japanischen Website softbank.jp nennt mit Stand 22. Oktober 2026 folgende Daten.
| Merkmal | Offizieller Wert (softbank.jp) |
|---|---|
| Höhe | 121 cm |
| Abmessungen (Höhe × Breite × Tiefe) | 1.210 × 480 × 425 mm |
| Gewicht | 29 kg |
| Akku | Lithium-Ionen, 30,0 Ah / 795 Wh |
| Angegebenes Geburtsdatum | 5. Juni 2014 |
Der Preis „hängt von der Situation bzw. dem Einsatzbereich ab“, heißt es auf der Seite. Dort steht auch, dass Pepper vom Büro zur Bekämpfung von COVID-19 und anderen neu auftretenden Infektionskrankheiten im Kabinettssekretariat Japans zum „Botschafter“ ernannt wurde.
Zur Software listet die Supportseite von Maxtronics die Kompatibilität nach Hardwareversion auf. Pepper 1.6 und 1.7 laufen ausschließlich mit NAOqi 2.5 in Python. Pepper 1.8A und 1.8 unterstützen NAOqi 2.5 und NAOqi 2.9 unter Android.
Pepper: vom Marktstart 2014 bis zum Produktionsende
Die Website des SoftBank-Robotics-Konzerns bezeichnet Pepper als „our first robot“, der 2014 auf den Markt kam. Laut Reuters (Juli 2021) war es Masayoshi Son, der ihn vorstellte. Der Verkaufspreis in Japan lag damals bei 198.000 Yen, hinzu kamen monatliche Gebühren von 14.800 Yen. Dabei handelt es sich um einen historischen Preis, über den 2021 berichtet wurde.
Im Juni 2021 berichtete Reuters unter Berufung auf drei Quellen, SoftBank habe die Produktion von Pepper bereits 2020 eingestellt. Die AFP datiert das Produktionsende dagegen in einem Artikel vom Juni 2025 auf „2021“. Nach Angaben von Reuters lief die Fertigung in einem Foxconn-Werk in China, die Produktionslinie wurde später geschlossen. Demnach lagen weniger als 2.000 Einheiten auf Lager, und der Absatz fiel zeitweise unter 100 Einheiten pro Monat. Die Agentur zitierte zudem das Protokoll einer internen Besprechung von Ende Mai 2021, das ein Ende des Verkaufs neuer Pepper-Roboter bis 2023 vorsah. SoftBank bestritt dieses Dokument. Marketingchef Kazutaka Hasumi erklärte damals: „We will still be selling Pepper in five years“.
Zur Produktionsmenge gibt es unterschiedliche Angaben. Eine der Quellen von Reuters spricht von 27.000 gebauten Pepper. The Robot Report und Solutions Numériques nennen 2025 rund 17.000 seit 2014 verkaufte Exemplare. Laut TechCrunch (2022) diente Pepper vor allem als Anzeigegerät an Flughäfen und in Restaurants. 2021 zitierte The Robot Report einen anonymen Mitarbeiter mit den Worten, „der Markt für Nao und Pepper ist kleiner als erwartet“. Das Medium stellte damals den Staubsauger Whiz als neues „Vorzeigeprodukt“ von SoftBank vor.
Japanischen Berichten zufolge gab SoftBank Robotics am 2. Februar 2026 bekannt, dass Guinness World Records Pepper als ersten in Serie produzierten humanoiden Roboter anerkannt hat.

Pepper-Support und Dienste 2026
Die Supportrubrik von maxtronics.com fasst die Lage von Pepper zusammen. Der Roboter wurde nacheinander von SoftBank Robotics, Aldebaran und der United Robotics Group betreut. Maxtronics leistet keinen technischen Support dafür. Ein offizielles Pepper-Supportzentrum in Europa gibt es nicht.
Maxtronics kündigte die Abschaltung der Pepper-Clouddienste zum 1. Oktober 2026 an. Bis dahin ließen sich Anwendungen weiterhin aus dem Aldebaran App Store herunterladen.
Pepper+ mieten: das neue Angebot in Japan
Laut GIGAZINE hat SoftBank Robotics den Pepper+ am 2. Februar 2026 angekündigt. Die Produktseite von SoftBank Robotics Japan präsentiert ihn als „NEW MODEL“. Hervorgehoben werden natürlichere Bewegungen, ein neues Tablet und KI-Funktionen. Dazu zählen ein Empfangsagent, der Kleidung und Gesichtsausdrücke von Kunden erkennen kann, Anwendungen als spontaner Fotograf, für Musicals und Quizspiele sowie Anwendungen für Pflegeeinrichtungen.
Nach Angaben von GIGAZINE ist der KI-Empfangsagent bereits verfügbar, die übrigen Anwendungen befinden sich noch „in Entwicklung“. Als Zielbranchen nennt das Medium Tourismus, Medizin und Pflege. Zudem listet es die Sensoren des Roboters auf:
- Kopf: Berührungssensor, Mikrofon, 2D-Kamera und 3D-Sensor.
- Körper: Gyroskop, Berührungssensoren an den Händen, Infrarot, Laser, Sonar und Stoßfänger.
Pepper+ wird ausschließlich vermietet, einen Kaufpreis gibt es nicht. Die offiziellen Tarife von SoftBank Robotics Japan lauten:
- Handelstarif „AI活用“: 79.800 Yen pro Monat zuzüglich 9.800 Yen Einrichtungsgebühr, Mindestlaufzeit ein Jahr.
- Kurzzeittarif: 150.000 Yen für einen Monat Miete zuzüglich 9.800 Yen Einrichtungsgebühr. Jeder weitere Tag kostet 5.000 Yen.
- Tarif für Pflegeeinrichtungen: ab 39.800 Yen pro Monat zuzüglich 120.000 Yen Einrichtungsgebühr, Mindestlaufzeit ein Jahr.
Die Wartung ist in den Monatsraten enthalten. Die Inhalte des KI-Empfangsagenten und die Verwaltung von Ein- und Ausgängen werden gesondert berechnet. Die Einrichtung dauert üblicherweise drei bis vier Wochen. Voraussetzungen sind ein Netzwerk, ein ebener, harter Boden ohne Gefälle oder Stufen, ein freier Radius von mindestens 90 cm sowie der Einsatz in Innenräumen.
NAO6 kaufen: das einzige erhältliche NAO-Modell
Den NAO6 vertreibt Maxtronics. Einen ausgewiesenen Preis gibt es nicht, er wird auf Anfrage per Angebot festgelegt. Das geht aus der Preisseite des Unternehmens hervor, ausgewertet anhand von Screenshots vom 31. März 2026. Das dort beschriebene Paket umfasst Folgendes.
| Bestandteil | Offizielle Angabe (Maxtronics) |
|---|---|
| Lieferumfang | 1 Roboter NAO V6, Ladegerät, Akku, Online-Dokumentation |
| Enthaltene Software | Lizenzen für Choregraphe und Monitor, SDK und API |
| Betriebstemperatur | Zwischen 5 °C und 35 °C |
| Preis des Roboters | Auf Anfrage |
Angaben von Maxtronics zum NAO
Auf seiner Website gibt Maxtronics an, es seien mehr als 20.000 NAO „produziert, verkauft und ausgeliefert“ worden. Zudem nennt das Unternehmen mehr als 3.600 Studien mit dem Roboter sowie einen Einsatz in über 70 Ländern mit mehr als 30 internationalen Partnern. Die Presse kommt auf eine ähnliche Größenordnung: The Robot Report und Solutions Numériques sprechen von rund 20.000 seit 2005 verkauften NAO. Das Menü der Website führt ein „NAO7-Projekt“, ohne Datum oder Inhalt. Solutions Numériques schrieb im September 2025, ein NAO7 sei für 2026 geplant. Eine Bestätigung von Maxvision gab es dafür nicht.
NAO Activities, Zubehör und Services: Preise
Die Preisseite von Maxtronics listet das Angebot rund um den Roboter auf. Die Euro-Preise verstehen sich zzgl. MwSt. und stammen von Screenshots vom 31. März 2026:
- Lizenz für generative KI „NAO Activities“: basiert auf ChatGPT von OpenAI und ist nur mit dem NAO6 kompatibel, ab 990 Euro zzgl. MwSt. pro Jahr, mit einem kostenlosen Probemonat.
- Bildungskit K12: auf Anfrage.
- Transportkoffer: ab 399 Euro zzgl. MwSt.
- Ersatzakku: ab 299 Euro zzgl. MwSt.
- Weißes Ladegerät: ab 80 Euro zzgl. MwSt.
- Garantieverlängerung um ein Jahr: ab 990 Euro zzgl. MwSt.
- Halbtägige Schulung zu NAO Activities (3 Stunden, in Issy-les-Moulineaux): ab 490 Euro zzgl. MwSt.
Was wir noch nicht wissen
- Kaufpreis: Für den NAO6, der nur auf Anfrage angeboten wird, gibt es keinen öffentlichen Preis, ebenso wenig für Pepper+ oder einen gebrauchten Pepper. Die Seite softbank.jp lässt offen, ob Pepper noch verkauft wird.
- Produktion: Wie es um die Produktion von Pepper und NAO6 unter Maxvision und Maxtronics tatsächlich steht, ist unbekannt. Die rechtliche Verbindung zwischen Maxtronics Robotics SAS und der von Maxvision angekündigten französischen Tochtergesellschaft ist nicht dokumentiert. Reuters datiert das Produktionsende von Pepper auf 2020, die AFP auf 2021.
- Kaufpreis der Übernahme: Die von Maxvision gezahlten 900.000 Euro nennt nur Solutions Numériques.
- Stückzahlen: Bei Pepper weichen die 27.000 gebauten Exemplare, die eine Quelle von Reuters nennt, von den 17.000 verkauften Einheiten ab, von denen die Presse 2025 berichtete. Bei NAO beruhen die verfügbaren Zahlen auf Herstellerangaben oder Schätzungen der Presse.
- NAO7: Weder ein Termin noch die Existenz als Produkt sind bestätigt.
- Technische Daten des NAO6: Gesichert ist nur der Bereich der Betriebstemperatur.
- Pepper+: SoftBank Robotics Japan veröffentlicht weder Abmessungen noch Gewicht, Akkulaufzeit oder Marktstart. Unklar ist, wer ihn herstellt und ob er außerhalb Japans angeboten wird. Die verfügbare Sensorliste stammt von GIGAZINE.
- Pepper-Support in Europa: Ein Partner für Verkauf, Reparatur und Support ist nicht benannt. Maxtronics gibt an, nach einem zu suchen.
- SoftBank Robotics und humanoide Roboter: Aus den Veröffentlichungen des Konzerns geht keine Strategie für humanoide Roboter hervor.
Siehe auch: SoftBank Robotics: vom Roboter Pepper zu Servicerobotern · Kann man einen Roboter von SoftBank kaufen, Pepper oder NAO? · Bildungsroboter: Einsatzbereiche und Modelle
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