Generative Bionics will Gene.01-Humanoide ab Ende 2027 auf 5.000 m² in Italien trainieren – mit AMD Helios

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Illustration: generischer humanoider Roboter mit Sensoren und Gesichtsdisplay, im Zusammenhang mit dem industriellen Training von Gene.01
Das erste Trainingszentrum mit 5.000 m² in Italien soll den Ausgangspunkt für ein Netz aus drei Datenfabriken für physische künstliche Intelligenz bilden. © Robotique Store

Generative Bionics will Ende 2027 in Italien ein 5.000 m² großes Trainingszentrum für seine humanoiden Roboter Gene.01 eröffnen. Der Standort stützt sich auf die Recheninfrastruktur von AMD und soll die erste Station eines Netzes aus drei Einrichtungen werden.

Das italienische Unternehmen Generative Bionics will nach eigener Darstellung die größte europäische Trainingsinfrastruktur für physische künstliche Intelligenz für humanoide Roboter aufbauen. Das Projekt verbindet Roboter, die in nachgebauten Industrieumgebungen arbeiten, mit digitalen Simulationen. Diese sollen das Lernen der Roboter beschleunigen und die Validierung ihrer Fähigkeiten verkürzen.

Erstes Trainingszentrum mit 5.000 m² in Italien ab Ende 2027

Laut Generative Bionics wird die erste Anlage 5.000 m² in Italien umfassen und voraussichtlich im vierten Quartal 2027 in Betrieb gehen. Sie soll den Ausgangspunkt für ein Netz aus drei Datenfabriken für physische KI bilden.

Der zweite Standort ist an einem anderen Ort in Europa vorgesehen, der dritte soll die internationalen Märkte bedienen. Generative Bionics plant damit eine Infrastruktur, die das Erfassen physischer Daten, das Training von KI-Modellen und die industrielle Simulation miteinander verbindet.

Gene.01-Flotten sollen industrielle Trainingsdaten erzeugen

Die Anlagen bilden Industrieumgebungen nach, in denen Flotten humanoider Roboter vom Typ Gene.01 Aufgaben im Dauerbetrieb ausführen können. Ziel ist nach Angaben von Generative Bionics, Daten aus physischen Interaktionen zu gewinnen und damit sogenannte World Action Models zu trainieren. Diese KI-Modelle sollen die Wahrnehmung der Umgebung mit den Aktionen der Roboter verknüpfen.

Zudem wird jede Umgebung und jede Roboterkonfiguration als digitaler Zwilling nachgebildet. Die Aufgaben lassen sich so in Tausenden Varianten simulieren, etwa mit Blick auf die Anordnung der Ausrüstung, die gehandhabten Objekte, die Materialien, die Betriebsbedingungen und mögliche Ausfallszenarien.

Die virtuell trainierten und getesteten Modelle werden anschließend zur Validierung auf die physischen Roboter übertragen. Generative Bionics beschreibt diesen Ablauf als fortlaufenden Kreislauf von der Realität in die Simulation und von der Simulation zurück in die Realität.

Daniele Pucci, CEO von Generative Bionics, fasst das Ziel so zusammen: „Wir bilden die Welt physisch und digital nach, um humanoide Roboter in großem Maßstab zu trainieren, bevor sie diese Welt betreten.“

AMD Helios als Kern der Recheninfrastruktur

Die Partnerschaft sieht den Einsatz der AMD-Helios-Architektur vor, einer Recheninfrastruktur im Rack-Maßstab. Laut beiden Unternehmen soll sie physische und synthetische Daten verarbeiten, die KI-Modelle trainieren und zahlreiche Simulationen digitaler Zwillinge parallel ausführen.

Die Zusammenarbeit setzt eine bereits bestehende technologische Beziehung zwischen den beiden Firmen fort. Rechentechnik von AMD steckt auch im Roboter Gene.01.

Keith Strier, Senior Vice President für die globalen KI-Märkte bei AMD, sieht in der Infrastruktur ein Mittel, um die europäischen Fähigkeiten bei Entwicklung und Einsatz intelligenter Roboteranwendungen zu stärken.

Partnerschaft im Zusammenhang mit 70 Millionen Euro Seed-Finanzierung

Die Kooperation knüpft an die Beteiligung von AMD Ventures an der 70 Millionen Euro schweren Seed-Finanzierungsrunde von Generative Bionics an. Dieser Betrag entspricht der gesamten Finanzierungsrunde des Unternehmens und nicht allein dem Anteil von AMD Ventures.

Für Generative Bionics soll das Netz es ermöglichen, die für seine industriellen humanoiden Roboter nötigen Daten, KI-Modelle und Infrastrukturen in Europa zu entwickeln und zu betreiben.

Das Projekt verknüpft damit drei Tätigkeiten: die Datenerzeugung durch die Gene.01-Roboter, das rechnergestützte Training der Modelle und deren Validierung in physischen Umgebungen. Als erste Inbetriebnahme angekündigt ist weiterhin das italienische Zentrum, geplant für das vierte Quartal 2027.