UBTech meldet 13.361 Vorbestellungen für Uworld U1, Begleitroboter mit Silikonhaut ab 119.800 Yuan

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Humanoider Roboter mit Silikonhaut, umringt von Besuchern in Anzügen bei einer Präsentation von UBTech, mit einem Smartphone gefilmt
Ein humanoider Roboter mit weißer Hülle und leuchtendem Gesichtsdisplay wird einer Gruppe von Besuchern mit Namensschildern und formeller Kleidung vorgeführt. Foto: 中国新闻社 / Wikimedia Commons (CC BY 4.0)

UBTech hat drei humanoide Roboter mit realistischem Aussehen vorgestellt, die unter dem Seriennamen Uworld U1 zusammengefasst sind. Der chinesische Hersteller kündigt eine Massenproduktion an und beschreibt die Maschinen als Begleiter für den Alltag. Gesteuert werden sie von Large Language Models, die das Unternehmen als „emotional“ bezeichnet. Laut UBTech beginnen die Preise bei 119.800 Yuan und reichen, ebenfalls nach Angaben des Herstellers, bis zum Preis eines Mittelklassewagens.

Die Baureihe umfasst drei Varianten. Der U1 Lite beschränkt sich auf einen humanoiden Oberkörper. Der U1 Pro ist ein Roboter mit vollständigem Körper. Komplettiert wird die Serie vom U1 Ultra, der als dynamischstes Modell präsentiert wird. Laut AI Weekly (1. Juli 2026) gibt es jedes Modell in einer sogenannten „weiblichen“ Ausführung mit 168 cm und einer „männlichen“ mit 183 cm. Das Gewicht der Roboter geht aus den ausgewerteten Quellen nicht hervor.

Silikonhaut und 88 Freiheitsgrade

Die Roboter sind mit einer Silikonhaut überzogen, die sich wie menschliche Haut anfühlen soll. UBTech zufolge lässt sich das Aussehen bis zu einem gewissen Grad anpassen, etwa Haarfarbe und Make-up. Der Hersteller nennt 88 Freiheitsgrade einschließlich der Hände sowie eine biomimetische Halswirbelsäule mit Doppelgelenk für natürliche Bewegungen. Nach Angaben von UBTech lassen sich damit 90 % der grundlegenden menschlichen Bewegungen nachbilden. Diese Zahl ist als Versprechen des Herstellers zu verstehen, nicht als unabhängige Messung.

Bei der künstlichen Intelligenz stützt sich UBTech eigenen Angaben zufolge auf Prinzipien aus den kognitiven Neurowissenschaften, ohne zu erläutern, was das konkret bedeutet. Der Hersteller gibt eine Reaktionszeit von unter 500 ms und ausgeprägte Fähigkeiten zum logischen Schließen an. Die Kommunikation läuft per Sprache: Laut UBTech analysiert der Roboter fortlaufend den Gesprächskontext. Dadurch sei kein Aktivierungswort nötig, und die Antworten könnten auf den jeweiligen Kontext abgestimmt werden. Die Lippensynchronisation erreiche laut Hersteller eine Latenz von unter 20 ms.

Emotionserkennung und Gesellschaft für alleinstehende Menschen

UBTech stellt eine emotionale Komponente in den Vordergrund. Die Large Language Models der U1 sollen laut Hersteller mehr als 20 menschliche Gefühlszustände mit einer Genauigkeit von über 90 % erkennen. Der Hersteller nennt eine breite Palette von Einsatzbereichen: Begleitung im Alltag, emotionale und psychologische Unterstützung, soziale Assistenz und Seniorenbetreuung, aber auch Tourismus, Ausstellungen, Empfang und Hotellerie.

Besonders betont das Unternehmen die Gesellschaft für Alleinstehende. Es verweist auf rund 90 Millionen allein lebende Erwachsene in China, von denen nach eigenen Zahlen 10 bis 20 % psychisch belastet seien. UBTech hat eine Initiative für jährliche Spenden an schutzbedürftige Gruppen gestartet. Noch 2026 will der Hersteller 100 individuell angepasste humanoide Roboter vom Typ U1 an isoliert lebende ältere Menschen übergeben, außerdem an Kinder, die von einem oder beiden Elternteilen getrennt leben oder aus prekären Verhältnissen stammen.

Ein heikler Punkt: Laut UBTech lassen sich die Roboter nach dem Vorbild realer Personen gestalten, sowohl beim Aussehen als auch bei der Stimme. Der Hersteller spricht von Langzeitgedächtnissystemen und emotionsgesteuerten Interaktionsmodellen, die psychologische Unterstützung leisten sollen. Was ein solches Versprechen konkret bedeutet, muss sich unter realen Bedingungen erst noch zeigen.

UBTech meldet 13.361 Vorbestellungen

Nach Angaben von UBTech gingen bis zum 30. Juni 2026 insgesamt 13.361 Bestellungen für U1-Roboter ein; die Vorbestellungen waren am 2. Juni gestartet. Wie autonom die Maschinen bei der Präsentation agierten, erläutert der Hersteller nicht, ebenso wenig die Lieferbedingungen.

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