Boston Dynamics Spot: Technische Daten, Orbit und Version 5.2

Drei vierbeinige Spot-Roboter nebeneinander auf ebenem Boden mit ihren typischen Sensoren und dem zentralen Modul, zwei mit gelb-schwarzem, einer mit blau-schwarzem Gehäuse
Spot hat einen Akku mit 564 Wh an Bord, der je nach Last im Schnitt 90 Minuten Laufzeit bietet, und trägt bis zu 14 kg Nutzlast. Foto: Boston Dynamics

Spot ist der vierbeinige Roboter von Boston Dynamics. Er bewegt sich autonom, transportiert Ausrüstung und führt Inspektionen durch. Mit Akku wiegt er 33,8 kg, erreicht 1,6 m/s und kommt nach Herstellerangaben auf eine durchschnittliche Laufzeit von 90 Minuten. Die maximale Nutzlast beträgt 14 kg. Grundlage für den Betrieb ist Orbit, die Software für die Verwaltung von Einsätzen und Inspektionsdaten. Mit dem Update Spot 5.2 hat sie zusätzliche Funktionen erhalten.

Innerhalb der Produktpalette von Boston Dynamics hebt sich Spot durch seine vierbeinige Fortbewegung, seine Schnittstellen für mitgeführte Ausrüstung und seine Fähigkeiten zur autonomen Navigation ab. Laut Hersteller sind mehr als 1.500 Spot-Roboter bei Kunden im Einsatz. Die Plattform kombiniert Fortbewegung, Wahrnehmung und Datenerfassung mit Softwarewerkzeugen, mit denen sich die Inspektionen auswerten lassen.

Spot: Technische Daten laut Boston Dynamics

Das offizielle Datenblatt von Boston Dynamics, abgerufen am 20. Oktober 2026, beschreibt einen Roboter mit einem Gewicht von 33,8 kg inklusive Akku. Er ist 500 mm breit und in der stehenden Standardkonfiguration 610 mm hoch. Die Höhe lässt sich zwischen 520 und 700 mm variieren.

Spot erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 1,6 m/s, bewältigt Steigungen und Gefälle von bis zu 30° und überwindet Stufen von 300 mm. Seine Rundumwahrnehmung über 360° unterstützt die Navigation und die Erkennung von Hindernissen.

Merkmal Offizieller Wert von Boston Dynamics
Robotertyp Mobiler Vierbeiner
Gewicht mit Akku 33,8 kg
Breite 500 mm
Standardhöhe im Stand 610 mm
Höhenbereich 520 bis 700 mm
Höchstgeschwindigkeit 1,6 m/s
Maximale Steigung ±30°
Maximale Stufenhöhe 300 mm
Schutzart IP54
Betriebstemperatur -20 bis +55 °C
Wahrnehmung 360°
Akkukapazität 564 Wh
Akkugewicht 5,2 kg
Durchschnittliche Laufzeit 90 Minuten, abhängig von Last und Umgebung
Laufzeit im Standby 180 Minuten
Ladezeit 60 Minuten
Maximale Nutzlast 14 kg
Befestigung für Ausrüstung M5-T-Nut-Schienen
Anschlüsse 2 DB25-Steckverbinder
Softwareschnittstellen API verfügbar
Hardwareschnittstelle Schnittstellendokumentation (Interface Control Document) verfügbar
Manipulation Integrierter Arm optional erhältlich
Autonome Funktionen Autonomes Laden, Neuplanung der Route bei Hindernissen, selbstständiges Aufrichten

Autonome Fortbewegung, Hindernisse und Schutzart IP54

Die Mobilität gehört zu den zentralen Eigenschaften von Spot. Dank seiner vier Beine kann er innerhalb der von Boston Dynamics angegebenen Grenzen Stufen überwinden und sich auf geneigten Flächen bewegen.

Zudem verfügt der Roboter über Navigationsfunktionen, mit denen er seine Fortbewegung an Hindernisse anpasst. Der Hersteller nennt insbesondere die Neuplanung der Route vor einem Hindernis sowie das selbstständige Aufrichten.

Ergänzt werden diese Fähigkeiten durch die Rundumwahrnehmung über 360°. Sie ermöglicht es Spot, seine Umgebung während der Fortbewegung zu berücksichtigen, etwa wenn er einer Inspektionsroute folgt.

Spot erfüllt die Schutzart IP54 und arbeitet in einem Temperaturbereich zwischen -20 und +55 °C. Diese Werte legen die vom Hersteller angegebenen Umgebungsbedingungen für den Betrieb fest.

Die Schutzart IP54 steht für einen Schutz gegen Staub in einer Menge, die den Betrieb beeinträchtigen könnte, sowie gegen Spritzwasser. Wasserdicht im Sinne eines Untertauchens ist der Roboter damit nicht.

Akku mit 564 Wh: Laufzeit, Ladezeit und Betrieb

Spot hat einen Akku mit 564 Wh an Bord, der 5,2 kg wiegt. Boston Dynamics gibt eine durchschnittliche Laufzeit von 90 Minuten an. Sie hängt von der mitgeführten Ausrüstung und den Umgebungsbedingungen ab.

Darüber hinaus nennt der Hersteller eine Standby-Zeit von 180 Minuten und eine Ladezeit von 60 Minuten.

Das autonome Laden gehört zu den offiziellen Funktionen von Spot. Damit lässt sich das Aufladen neben Navigation und Ausführung von Einsätzen in den automatisierten Betrieb einbinden.

Für Inspektionseinsätze ist die Unterscheidung zwischen aktivem Betrieb und Standby wichtig: Die 90 Minuten beziehen sich auf die angegebene durchschnittliche Laufzeit im Betrieb, die 180 Minuten dagegen auf den Standby.

14 kg Nutzlast, Anschlüsse und optionaler Roboterarm

Boston Dynamics gibt für Spot eine maximale Nutzlast von 14 kg an. Damit lässt sich die mobile Plattform um zusätzliche Ausrüstung erweitern, insbesondere für Einsätze zur Datenerfassung und Inspektion.

Der Roboter verfügt über M5-T-Nut-Schienen und zwei DB25-Steckverbinder. Diese Hardwareschnittstellen sind für die Integration mitgeführter Ausrüstung vorgesehen.

Außerdem stellt Boston Dynamics eine Software-API sowie eine Dokumentation der Hardwareschnittstellen bereit. Mit diesen Ressourcen lassen sich Integrationen zwischen Spot, seiner Ausrüstung und externen Softwaresystemen entwickeln.

Integrierter Arm für mobile Manipulation

Spot lässt sich optional mit einem integrierten Roboterarm ausstatten. Boston Dynamics präsentiert diese Ausrüstung als Möglichkeit, den Roboter um Fähigkeiten zur mobilen Manipulation zu erweitern.

Diese Konfiguration verbindet die Fortbewegung des Vierbeiners mit der Möglichkeit, physisch mit seiner Umgebung zu interagieren. Der Arm ist damit eine eigenständige Ausrüstung, getrennt von der mobilen Basisplattform.

Orbit: Software für Inspektionen und Datenverwaltung

Orbit ist die Softwareplattform von Boston Dynamics für das Flottenmanagement und die Auswertung von Inspektionsdaten. Sie ordnet die Einsätze und die von Spot erfassten Informationen den überwachten Anlagen zu.

Die Software kann Anlagenhierarchien importieren und den Anlagen Metadaten zuweisen: Standort, Typ, Kritikalität, Hersteller und Modell. Auf diese Weise lassen sich Inspektionsergebnisse den betreffenden Anlagen zuordnen.

Orbit weist Gemeinsamkeiten mit mehreren Kategorien industrieller Systeme auf:

  • CMMS, also computergestützte Instandhaltungsmanagementsysteme.
  • MES, also Systeme zur Steuerung der Produktionsausführung.
  • EAM, also Plattformen für das Management von Unternehmensanlagen.

Über die offene API lassen sich zudem externe Datenquellen anbinden, etwa speicherprogrammierbare Steuerungen (SPS, englisch PLC) und Sicherheitskameras.

Durch diese Architektur rücken die Inspektionen von Spot näher an die Informationen heran, die in den Industriesystemen bereits vorliegen. Der Roboter erfasst Beobachtungen vor Ort, Orbit ordnet sie den jeweiligen Anlagen und Prozessen zu.

Infografik: Spot von Boston Dynamics wiegt 33,8 kg, erreicht 1,6 m/s, trägt 14 kg und hat eine durchschnittliche Akkulaufzeit von 90 Minuten
Quelle: offizielle Website von Boston Dynamics, abgerufen am 20. Oktober 2026

Spot 5.2: Visuelle Inspektion und Videoinspektion mit Gemini

Das Update Spot 5.2 erweitert die Inspektionsfähigkeiten des Roboters und seiner Softwareumgebung Orbit. Zu den wichtigsten Neuerungen gehört der Einsatz von Google Gemini in Orbit AIVI, um visuelle Informationen zu interpretieren.

Ablesen von Messanzeigen, Statusleuchten und Anlagen

Die AIVI-Funktionen von Spot umfassen visuelle Inspektionen verschiedener Elemente:

  • Messanzeigen und ihre Werte.
  • Statusleuchten.
  • Paletten.
  • Füllstände.
  • 5S-Tafeln.

Mit der Integration von Gemini in Orbit AIVI sollen diese visuellen Beobachtungen in Inspektionseinsätzen nutzbar werden.

AIVI-Learning: Analyse von Videosequenzen

Spot 5.2 bringt außerdem Videoinspektionen mit AIVI-Learning. Die Funktion erweitert die Analysemöglichkeiten auf Situationen, in denen es auf die Beobachtung einer Bewegung oder einer Veränderung ankommt.

Boston Dynamics nennt drei Beispiele für Situationen, die das System erkennen soll: Wasserlecks, Schlupf eines Förderbands und den Zustand von Statusleuchten.

Die Videoanalyse ergänzt damit die visuellen Inspektionen statischer Elemente oder von Anlagenanzeigen.

Site Scans: Bereiche überwachen und ungewöhnliche Situationen erkennen

Die Funktion Site Scans weitet die Inspektionen auf die Überwachung ganzer Bereiche aus. Sie soll bestimmte ungewöhnliche Situationen in der Umgebung erkennen, die Spot abläuft.

Als Beispiele werden genannt:

  • Ausgelaufene Flüssigkeit.
  • Eine Person in einem Sperrbereich.
  • Eine verdächtige Tasche.

Standardmäßig deckt Site Scans das gesamte Gelände ab. Nutzer können die betreffenden Bereiche und Zeitfenster allerdings anpassen.

Mit dieser Funktion kommt ein räumlicher Inspektionsansatz hinzu: Statt die Datenerfassung auf bestimmte Anlagen zu beschränken, kann Spot ganze Bereiche nach den in Orbit festgelegten Parametern untersuchen.

Gasdetektion, Vibrationen und Teilentladungen

Zu den im Umfeld von Spot 5.2 vorgestellten Funktionen gehören mehrere spezialisierte Inspektionsarten, die die Mobilität des Roboters mit Mess- oder Analysegeräten kombinieren.

Mehr als 20 Gasarten mit MFE

Das System MFE Spot Connected Gas Detection soll mehr als 20 Gasarten erkennen können.

Diese Integration verbindet die Mobilität von Spot mit einem Gasdetektor und gehört zu den Inspektionsfunktionen, die rund um die Plattform angeboten werden.

Visuelle Vibrationsanalyse

Boston Dynamics stellt zudem eine Funktion zur visuellen Vibrationsanalyse vor. Sie soll anhand visueller Beobachtungen Schwingungen an Anlagen erkennen.

Damit kommt neben Messanzeigen, Statusleuchten und Videosequenzen eine weitere Art der Beobachtung zu den Inspektionen von Spot hinzu.

Teilentladungen mit dem Sorama L642

Das Gerät Sorama L642 dient der Erkennung von Teilentladungen. Betroffen sind unter anderem Hochspannungskabel, -durchführungen und -transformatoren.

Die Funktion gehört zu den für Spot vorgestellten Möglichkeiten zur Inspektion elektrischer Anlagen.

KI-Agenten und MCP: Spot-Einsätze aus Industriesystemen auslösen

Zur Weiterentwicklung von Orbit gehört eine Architektur, die eine MCP-Schicht aufnehmen soll, MCP steht für Model Context Protocol. Erklärtes Ziel ist es, dass KI-Agenten Spot-Einsätze auf Grundlage von Geschäftsregeln und Informationen aus Industriesystemen auslösen können.

Genannt werden zwei Gruppen von Szenarien: Anlagenzuverlässigkeit und Sicherheit.

In diesem Modell können Informationen aus einem Industriesystem darüber entscheiden, ob eine Inspektion nötig ist. Orbit bildet dabei die Schnittstelle zwischen den verfügbaren Daten, den festgelegten Regeln und den Einsätzen, die Spot ausführt.

Die vorgesehenen Anbindungen an SPS, Sicherheitskameras und Software für das Anlagenmanagement liefern mögliche Quellen für solche Auslöser.

Es handelt sich um Automatisierungsmöglichkeiten, die im Zusammenhang mit der MCP-Architektur vorgestellt wurden, nicht um unabhängig gemessene Ergebnisse aus dem Praxiseinsatz.

Spot im Einsatz: mehr als 1.500 Roboter bei Kunden

Boston Dynamics gibt an, dass sich mehr als 1.500 Spot-Roboter bei Kunden befinden. Die Zahl stammt von der offiziellen Produktseite, abgerufen am 20. Oktober 2026, und gibt einen Hinweis auf die Verbreitung der Plattform.

Ein Beispiel für den industriellen Einsatz stammt von Hyundai. In einem am 17. Oktober 2026 veröffentlichten Artikel heißt es, Spot werde dort bereits für die Qualitätskontrolle eingesetzt, unter anderem um das Vorhandensein von Bauteilen an Fahrzeugen zu prüfen.

Derselbe Artikel spricht von Einsätzen in Hunderten von Anlagen. Diese Angaben aus der Praxis ergänzen die Gesamtzahl, die Boston Dynamics nennt.

Die Funktionen von Spot 5.2 erweitern das Spektrum der vom Hersteller vorgestellten Inspektionen: vom Ablesen von Anzeigen über Videoanalyse und Bereichsüberwachung bis zur Erkennung bestimmter Phänomene an Anlagen.

Was wir noch nicht wissen

Trotz des detaillierten offiziellen Datenblatts sind einige Informationen zu Spot nicht bekannt.

  • Preis: In den verfügbaren Informationen veröffentlicht Boston Dynamics keinen öffentlichen Preis für Spot und auch keinen separaten Preis für den optionalen Arm.
  • Lieferzeiten: Die Lieferzeiten werden nicht genannt.
  • Frankreich und Europa: Verkaufsbedingungen und Verfügbarkeit auf diesen Märkten stehen nicht fest.
  • Roboterarm: Detaillierte technische Daten, insbesondere Nutzlast, Reichweite und Freiheitsgrade, werden nicht genannt.
  • Ergebnisse der Inspektionen mit Spot 5.2: Für die Funktionen zur visuellen Analyse, Videoanalyse, Bereichsüberwachung und spezialisierten Detektion liegen keine unabhängig gemessenen Erfolgsquoten vor.
  • Einsatz von KI-Agenten über MCP: Die Betriebsergebnisse dieser Architektur und ihr tatsächlicher Nutzungsgrad bei Kunden sind nicht durch unabhängige Messungen belegt.

Siehe auch: Atlas, der humanoide Roboter von Boston Dynamics; Kann man einen Roboter von Boston Dynamics kaufen?; Spot 5.2: Videoinspektionen mit Gemini und Erkennung von mehr als 20 Gasarten; Orbit setzt auf Gemini: Spot rückt im Werk bei Alarm aus.

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