
Die World Robot Conference (WRC) 2026 hat am Mittwoch in Peking ihre Tore geöffnet und dauert fünf Tage. Nach Angaben der Veranstalter nehmen in diesem Jahr mehr als 300 Unternehmen teil, ein Plus von 69 % gegenüber der vorherigen Ausgabe. Die Messe kündigt mehr als 3.000 Exponate an, über 300 davon werden zum ersten Mal gezeigt.
Das Motto lautet „Mensch-Roboter-Symbiose, Konvergenz von Produktion und Nachfrage“. Das Programm umfasst ein Hauptforum, Ausstellungen und mehr als 70 Veranstaltungen, unterstützt von 30 internationalen Organisationen. In vier Ausstellungsbereichen versammeln sich Hersteller humanoider Roboter und ihre Zulieferkette. Im Mittelpunkt stehen mehrere Anwendungsfelder: Fertigungsindustrie, Gastronomie und Handel, Gesundheitswesen und Altenpflege sowie Katastrophen- und Rettungseinsätze.
Erstmals hat die Messe zudem eine „Konsummeile“ eingerichtet. Dort können Besucher Dienstleistungen, Lebensmittel und Kreationen ausprobieren, die von Robotern erbracht werden und bislang auf die Messestände beschränkt waren.
Tiangong Omni feiert Premiere auf der WRC
Der Tiangong Omni, ein 1,35 Meter großer und 39 Kilo schwerer humanoider Roboter, hatte auf der Veranstaltung seinen ersten Auftritt. Bei der Vorführung kletterte er über sogenannte Pflaumenblütenpfähle und Treppen, kroch über den Boden und druckte Dokumente aus. Die Veranstalter werten das als Beleg für seine Bewegungssteuerung und seine Anpassung an die Umgebung.
In einer weiteren Herausforderung trat ein Roboter beim Airhockey gegen einen menschlichen Spieler an. Laut Präsentation nutzt er Bilderkennung und bestärkendes Lernen, um den Puck zu verfolgen, dessen Flugbahn vorherzusehen und schnell zu reagieren. Mit fortschreitendem Training werde das System dabei immer präziser. Aufmerksamkeit erregte auch ein Roboter, der als freiwilliger Helfer Süßigkeiten verteilt: Er greift die Naschereien, reicht sie den Besuchern und passt seine Bewegung in Echtzeit an, wenn die Hand zurückgezogen wird.
4 Meter großer humanoider Roboter für Hochrisikoaufgaben
Zu den Neuheiten zählt ein 4 Meter großer humanoider Roboter, der digitale Hydrauliktechnik mit Elektromotoren kombiniert. Laut Präsentation ist er für Lasten vom Kilogramm- bis in den Tausend-Tonnen-Bereich ausgelegt. Vorgesehen ist er für anspruchsvolle Einsätze wie die Wartung von Kernkraftwerken, Arbeiten in großer Tiefe und den Transport schwerer Lasten.
Gezeigt wurden außerdem Roboterhunde für gefährliche Umgebungen, insbesondere Bergwerke. Sie sind mit LiDAR (Laserentfernungsmessung), Infrarotkameras und Gassensoren ausgestattet und dringen in schwer zugängliche Bereiche vor, um Daten zu sammeln und Sicherheitsentscheidungen zu unterstützen. „In einem Hohlraum im Bergbau etwa, in dem es zu Einstürzen kommen kann, können die Roboterhunde hineingehen, Bilder aufnehmen, dreidimensionale Daten übertragen und Modelle des Raums erstellen“, sagte Aussteller Zhang Yong. Er fügte hinzu, dass die Roboter in Bereichen ohne Netzabdeckung auch automatisch Kommunikationsknoten ausbringen können.