LG peilt um 2030 humanoide Haushaltsroboter an und will Hausgeräte bauen, die den Robotern die Arbeit erleichtern

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Illustration: generischer humanoider Roboter in einer modernen Küche, zum Thema Zusammenspiel humanoider Roboter mit Hausgeräten im Haushalt
LG will zunächst bei Hochschulen, Behörden und Industriekunden ansetzen, bevor die Haushaltsroboter um 2030 auf den Markt kommen sollen. © Robotique Store

LG Electronics peilt für die Zeit um 2030 den Einstieg in den Markt für humanoide Haushaltsroboter an. Nach einer ersten Phase in der Industrie will der südkoreanische Hersteller zugleich Roboter und darauf abgestimmte Hausgeräte entwickeln.

Bei der Vorstellung der Zahlen für das dritte Quartal am 28. Oktober hat LG Electronics seine Strategie für humanoide Robotik erläutert. Lee Jae-mo, im Konzern für die Robotikstrategie verantwortlich, geht davon aus, dass dieser Markt um 2030 einen deutlich weiter entwickelten Stand erreichen dürfte. Bevor LG Privatkunden ins Visier nimmt, will das Unternehmen Erfahrung bei Hochschulen, Behörden und Industriekunden sammeln.

LG entwickelt Hausgeräte, die Robotern die Arbeit erleichtern sollen

Die Besonderheit der LG-Strategie liegt darin, den Roboter und sein Umfeld gemeinsam zu betrachten. Der Hersteller will nicht nur Roboter, die auf Hausgeräte abgestimmt sind, sondern auch Hausgeräte, die auf Roboter abgestimmt sind, entwickeln.

Dieser Ansatz könnte bestimmte Aufgaben im Haushalt erleichtern, indem die Geräte angepasst werden, mit denen humanoide Roboter umgehen müssen. Statt allein auf Fortschritte bei der Software für robotische Manipulation zu setzen, will LG seine Erfahrung in der Entwicklung von Haushaltsgeräten nutzen.

Lee Jae-mo betonte zudem, wie wichtig ein Preisniveau sei, das Haushalte zum Kauf bewegen könne. Der kommerzielle Erfolg hängt damit ebenso von den Kosten künftiger humanoider Roboter ab wie von ihrer Fähigkeit, in einer Wohnung nützliche Aufgaben zu erledigen.

Datenfabrik für Robotik und Serienfertigung von Aktoren in Vorbereitung

LG Electronics hat den teilweisen Betriebsstart seiner Datenfabrik für Robotik bestätigt. Parallel dazu baut der Konzern die Infrastruktur für die Serienfertigung von Aktoren auf, also jener Komponenten, die für die Bewegungen der Roboter entscheidend sind.

Wie die Financial Post berichtet, hat LG im ersten Halbjahr in Changwon eine Pilotlinie für die Fertigung von Aktoren eingerichtet. Die Produktionsvorbereitungen, darunter die Automatisierung der Anlagen, laufen im zweiten Halbjahr weiter.

Die vollständige Inbetriebnahme der Datenfabrik in Seoul ist für das vierte Quartal geplant. Zudem bemüht sich LG um Aufträge potenzieller internationaler Kunden.

LG will 500.000 Stunden Trainingsdaten für Roboter sammeln

Laut Popcorn News entwickelt LG ein System, das Daten aus realen Situationen mit per Simulation erzeugten Daten kombiniert. Der Konzern strebt einen Bestand von rund 500.000 Stunden Trainingsdaten für Roboter an.

Die Zusammenarbeit mit NVIDIA umfasst Simulation, Weltmodelle und Entwicklungsplattformen für Robotik. Diese Technologien sollen zum Training und zur Weiterentwicklung künftiger Systeme beitragen.

LG will sein Geschäft schrittweise auf mehrere Angebote stützen: zunächst Hardware für die Forschung sowie Aktoren, danach auf verschiedene Industriezweige zugeschnittene Kombinationen aus Hard- und Software sowie datenbasierte Dienste.

Längerfristig erwägt das Unternehmen zudem kostenpflichtige Testleistungen für externe Kunden. Vorrang hat derzeit allerdings die Verbesserung der von LG selbst entwickelten Roboter.

Zweibeiniger humanoider Roboter von LG soll Anfang 2027 vorgestellt werden

Noch vor dem Haushaltsprojekt will LG Anfang 2027 einen zweibeinigen humanoiden Roboter der nächsten Generation vorstellen. Die Plattform soll auf den NVIDIA-Technologien Isaac GR00T und Jetson Thor basieren.

Dieser Termin bezieht sich auf die angekündigte Vorstellung einer Roboterplattform, nicht auf deren Verkauf an Privatkunden. Die geplante Ausweitung auf Privathaushalte um 2030 ist ein eigener Schritt in der Strategie des Herstellers.

LG will damit zunächst seine Komponenten, seine Trainingskapazitäten und erste professionelle Anwendungen entwickeln, bevor das Unternehmen sein Geschäft auf humanoide Haushaltsroboter ausweitet.