
Hyundai Autoever hat eine Überwachungslösung vorgestellt, die den mobilen Roboter MobED, KI-gestützte Videoanalyse und eine Leitstelle kombiniert. Das System fährt planmäßige Patrouillen und meldet erkannte Auffälligkeiten an das Personal in der Leitstelle.
Präsentiert wurde die Lösung auf der Internationalen Sicherheitsmesse 2026. Sie soll die Überwachung öffentlicher Räume verbessern. Hyundai Autoever nutzt dafür die von Hyundai Motor und Kia entwickelte Roboterplattform, um stationäre Kameras und Rundgänge von Wachpersonal zu ergänzen, vor allem in schwer abzudeckenden Bereichen.
Planmäßige Patrouillen mit Videoübertragung in Echtzeit
Der Patrouillenroboter basiert auf MobED (Mobile Eccentric Droid), einer mobilen Plattform mit Allradantrieb. Hyundai Autoever bindet sie in ein Leitsystem ein, das Bilder zentral zusammenführt und erkannte Ereignisse analysiert.
Der Ablauf gliedert sich in mehrere Schritte:
- Der Roboter absolviert seine Überwachungseinsätze nach einem festgelegten Zeitplan.
- Erkennt er Anzeichen für Auffälligkeiten, überträgt er die entsprechenden Videosequenzen in Echtzeit.
- Die Leitplattform analysiert die Bilder mithilfe künstlicher Intelligenz und bewertet die Lage.
- Ein Mitarbeiter der Leitstelle sichtet die gesammelten Informationen und kann einen passenden Einsatz veranlassen.
Auf diese Weise ergänzen mobile Beobachtungen die klassische Videoüberwachung. Die Entscheidung über einen Einsatz bleibt den menschlichen Teams überlassen, während der Roboter Informationen sammelt und weiterleitet.
Messedemo: So erkennt das System auffälliges Verhalten
An seinem Messestand zeigt Hyundai Autoever unmittelbar, wie Patrouillenroboter und künstliche Intelligenz gemeinsam auffälliges Verhalten erkennen.
Besucher können die einzelnen Schritte des Ablaufs verfolgen, von der mobilen Überwachung bis zur Bildanalyse durch das Leitsystem. Auf einem großen Bildschirm werden zudem mehrere Anwendungsfälle dieser Kombination aus Robotik und KI für die öffentliche Sicherheit gezeigt.
Es handelt sich um eine Demonstration der Überwachungslösung, die deren mögliche Einsatzfelder in der Praxis veranschaulichen soll.
MobED Pro: autonomes Fahren mit Lidar und Tiefenkameras
Grundlage der Lösung ist MobED Pro, eine Version der Hyundai-Roboterplattform, die laut Hersteller über KI-gestützte Funktionen zum autonomen Fahren verfügt.
Zur Hinderniserkennung in Innen- und Außenbereichen ist MobED Pro mit 2 Lidarsensoren und 3 Tiefenkameras ausgestattet, wie aus den von Hyundai vorgestellten technischen Daten hervorgeht.
Die Kameras messen Entfernungen per Infrarot, um Form, Größe und Position umliegender Objekte zu erfassen. Sie ergänzen die Lidarsensoren und tragen so zur Umgebungswahrnehmung während der Fahrt bei.
Außerdem nutzt die Plattform den DnL-Mechanismus (Drive & Lift), mit dem sich Höhe und Neigung des Fahrgestells anpassen lassen. Diese Bauweise ermöglicht verschiedene Manöver und hilft dem Roboter, auf geneigten oder unebenen Flächen das Gleichgewicht zu halten.
Laut Hyundai kann MobED Bordsteinkanten von bis zu 20 cm Höhe überwinden. Diese Fähigkeit zählt zu den angegebenen Eigenschaften der Plattform und ist kein Messwert, der während der Überwachungsdemonstration ermittelt wurde.
Modulare Plattform für verschiedene professionelle Einsatzzwecke
MobED ist so aufgebaut, dass sich das obere Modul, das sogenannte Top Module, austauschen lässt. So lässt sich die mitgeführte Ausrüstung an den jeweiligen Einsatz anpassen.
Hyundai nennt unter anderem Anwendungen in den Bereichen Patrouille, Zustellung im Außenbereich, Wegweisung, Fotografie und Forschung. Durch den Modulwechsel sind somit mehrere Konfigurationen auf Basis derselben mobilen Plattform denkbar.
Für Kommunen und Betreiber öffentlicher Einrichtungen eröffnet diese Modularität die Möglichkeit, die Plattform je nach installierter Ausrüstung in unterschiedlichen Bereichen einzusetzen.
Hyundai Autoever plant Komplettservice für öffentliche Einrichtungen
Hyundai Autoever will mehr anbieten als nur den Roboter. Das Unternehmen plant, öffentliche Organisationen von der Vorbereitung des Einsatzes bis zum laufenden Betrieb zu begleiten.
Das Angebot umfasst Einsatzplanung, Installation vor Ort, Stabilisierung des Betriebs, zentrale Überwachung und Wartung.
Park Bong-gu, Leiter des Zentrums für Geschäftsentwicklung bei Hyundai Autoever, bezeichnet den Roboter als Hilfsmittel für Polizeikräfte und nicht als deren Ersatz. Ziel sei es, den Teams durch die Kombination aus Robotik, künstlicher Intelligenz und zentraler Steuerung zu helfen, Situationen einzuschätzen und schneller einzugreifen.
Hyundai Autoever will das Angebot auf Aufgaben der öffentlichen Sicherheit ausrichten, mit Konfigurationen, die auf die betrieblichen Anforderungen des jeweiligen Standorts zugeschnitten sind.