Hyundai öffnet MobED für drei Robotikfirmen: Sie bauen Arme und Software, die Fahrbasis liefert der Autokonzern

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Die mobile Plattform MobED von Hyundai Motor Group dient als Basis für Liefer-, Patrouillen- und Manipulationsroboter von drei südkoreanischen Partnern
Die mobile Plattform MobED von Hyundai Motor Group dient als Basis für Liefer-, Patrouillen- und Manipulationsroboter, die drei südkoreanische Partner entwickelt haben. © Hyundai Motor Group

Hyundai Motor Group öffnet seine mobile Plattform MobED für drei südkoreanische Unternehmen, die darauf spezialisierte Roboter entwickeln. Auf der Robot World 2026 zeigten die Partner Vorführungen zu Lieferung, Sammlung, Patrouille und Manipulation mit zwei Armen.

Am 4. November 2026 hat Hyundai Motor Group auf der Messe Robot World im KINTEX in Goyang, Südkorea, die ersten Anwendungen seiner Plattform MobED vorgestellt, die gemeinsam mit Gaon Robotics, WeGo Robotics und ROAS entstanden sind. Der Autohersteller setzt auf eine gemeinsame Fahrbasis, die jedes Unternehmen um eigene Aufbauten und eigene Software ergänzen kann. Die Zusammenarbeit läuft inzwischen in einer Struktur namens MobED Alliance, die die Entwicklung von Robotiklösungen für verschiedene Branchen begleiten soll.

MobED: Plattform mit vier einzeln angetriebenen Rädern hält das Chassis stabil

MobED ist eine von Hyundai Motor Group entwickelte kompakte mobile Roboterplattform, auf deren Oberseite sich verschiedene Module montieren lassen. Ihre Architektur basiert auf der Technik DnL (Drive-and-Lift), die Antrieb und Hubbewegung über exzentrisch gelagerte Räder kombiniert.

Laut Hyundai verfügt jedes der vier Räder über einen eigenen Motor und lässt sich unabhängig ansteuern. Dadurch kann die Plattform ihre Bewegungen an das Gelände anpassen und das Chassis auch bei Fahrten über unebenen Untergrund waagerecht halten.

Industrielles Ziel ist es, die Entwicklung des Mobilitätssystems von der Entwicklung der Anwendungen zu trennen. Die Partnerunternehmen können ihre Investitionen so auf Roboterarme, Sammelsysteme, Lieferaufbauten oder Steuerungssoftware konzentrieren, ohne eine eigene Fahrbasis komplett selbst konstruieren zu müssen.

Gaon Robotics zeigt vier Anwendungen, darunter einen halbhumanoiden Roboter

Gaon Robotics stellte vier auf MobED basierende Konfigurationen vor: für Patrouillen, Lieferungen, getrennte Wertstoffsammlung sowie eine halbhumanoide Anwendung.

Mobiler Roboter auf vier Rädern mit grauem, waagerechtem Chassis und Antenne auf einer Bordsteinkante in einer städtischen Fußgängerzone
Die Plattform MobED nutzt vier unabhängige Räder und die Drive-and-Lift-Technik, um ihr Chassis auf unebenem Untergrund stabil zu halten. © Hyundai Motor Group

Die Vorführungen für das Messepublikum bildeten mehrere Serviceabläufe nach. So konnte ein Nutzer den Transport von Artikeln des täglichen Bedarfs oder von Paketen an einen festgelegten Ort anfordern. Eine weitere Anwendung übernahm das Einsammeln recycelbarer Wertstoffe.

Gaon Robotics baute die Vorführungen als vollständige Prozesskette auf: vom Eingang einer Anfrage über die Fahrt des Roboters bis zur Ausführung der Aufgabe. Das halbhumanoide Modul zeigt zudem, dass sich MobED auch als mobile Basis für Roboter mit komplexeren Oberkörperaufbauten nutzen lässt.

WeGo Robotics montiert zwei Manipulatorarme auf MobED

WeGo Robotics hat sich für eine Anwendung aus der mobilen Manipulation entschieden. Das Unternehmen installierte ein Zweiarm-Robotersystem auf der MobED-Plattform, um Fortbewegung und Objekthandhabung zu kombinieren.

Bei der Vorführung griff und handhabte der Roboter Objekte, während er sich fortbewegte. WeGo Robotics zeigte dabei vor allem die unabhängige Steuerung beider Arme sowie deren Koordination für kombinierte Bewegungen.

Zudem stellte das Unternehmen eine integrierte Steuerungsarchitektur auf Basis von ROS (Robot Operating System) heraus, die sich um Funktionen für KI-Training und KI-Inferenz erweitern lässt.

Die Konfiguration zeigt, wie eine gemeinsame Fahrbasis einen mobilen Zweiarm-Manipulator aufnehmen kann, der sich von einem zweibeinigen humanoiden Roboter unterscheidet.

ROAS zeigt 360-Grad-Drehung und überwindet 20 cm hohes Hindernis

ROAS konzentrierte sich auf Patrouillenroboter und auf die Fortbewegung in unebenem Gelände. Die Anwendung des Unternehmens nutzt die Manövrierfähigkeit von MobED auf engem Raum.

Stand von Hyundai Motor Group auf der Messe Robot World 2026 mit zwei mobilen Plattformen auf einer Ausstellungsfläche mit der Aufschrift Robotics LAB, Besucher verfolgen die Vorführungen
Hyundai Motor Group hat am 4. November auf der Robot World 2026 in Goyang die ersten MobED-Anwendungen vorgestellt, die gemeinsam mit drei Partnern entstanden sind. © Hyundai Motor Group

Das Unternehmen zeigte eine Drehung des Chassis um 360 Grad sowie seitliche und vertikale Bewegungen, mit denen sich die Haltung der Plattform anpassen lässt.

Am konkretesten war die Vorführung, bei der ein Hindernis mit einem Höhenunterschied von 20 cm überwunden wurde. ROAS zeigte mit seinem auf MobED aufgebauten Roboter sowohl das Hinauf- als auch das Herunterfahren.

Die Demonstration verdeutlicht den Nutzen des Drive-and-Lift-Systems für Patrouilleneinsätze, die sich nicht auf vollkommen ebene Böden beschränken. Die überwundene Höhe entspricht dem Hindernis, das bei der Präsentation von ROAS verwendet wurde.

MobED Alliance soll Entwicklung und Vermarktung der Anwendungen begleiten

Mit der Gründung der MobED Alliance will Hyundai Motor Group die technische und kommerzielle Zusammenarbeit rund um seine Plattform organisieren. Der Hersteller liefert die Fahrtechnik, die Partner entwickeln Module und Dienstleistungen, die auf den Bedarf ihrer Kunden zugeschnitten sind.

Hyundai plant, die Zusammenarbeit auf die Entwicklung maßgeschneiderter Lösungen für verschiedene Industriebranchen auszuweiten und diese anschließend in den operativen Einsatz zu bringen und zu vermarkten.

Bei den auf der Robot World 2026 gezeigten Robotern handelt es sich um öffentlich ausgestellte und vorgeführte Anwendungen. Vermarktung und Einsatz beim Kunden sind die nächsten Schritte, die im Rahmen der Allianz vorgesehen sind.

Für die Partnerunternehmen soll dieses Modell Kosten und Zeitaufwand für die Entwicklung einer eigenen Mobilitätstechnik senken. Hyundai wiederum kann so die Einsatzmöglichkeiten von MobED vervielfachen und ein Kooperationsnetzwerk mit südkoreanischen Robotikspezialisten aufbauen.

Die kommerzielle Entwicklung der Plattform hängt unter anderem davon ab, ob weitere Unternehmen MobED übernehmen und ob die Liefer-, Patrouillen- und Manipulationsanwendungen in den Umgebungen ihrer künftigen Kunden dauerhaft funktionieren.