ISO 21423:2026: Mobile Industrieroboter verschiedener Hersteller sollen Position, Status und Aufträge teilen

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Illustration: autonome mobile Roboter mit Sensoren fahren durch ein Industrielager, Symbolbild für die Koordination herstellerübergreifender Flotten
Die Norm ISO 21423:2026 wurde vom Komitee ISO/TC 299 erarbeitet und kostet 373 Dollar, für A3-Mitglieder 320 Dollar. © Robotique Store

Die internationale Norm ISO 21423:2026 schafft einen gemeinsamen Rahmen für die Kommunikation zwischen mobilen Industrierobotern unterschiedlicher Hersteller. Die Association for Advancing Automation (A3) hat ihre Veröffentlichung bekanntgegeben. Die Norm soll den Betrieb gemischter Flotten in Fabriken erleichtern.

Für Industrieunternehmen, die mobile Roboter mehrerer Anbieter einsetzen, ist die Interoperabilität eine betriebliche Herausforderung. Bislang konnte die Koordination von Geräten verschiedener Marken die Steuerung der Fahrwege erschweren. ISO 21423:2026 wurde vom technischen Komitee ISO/TC 299 für Robotik erarbeitet. Die Norm legt gemeinsame Anforderungen an den Informationsaustausch und an Aktionsanfragen fest, und zwar zwischen mobilen Industrierobotern (IMR), Flottenmanagern und weiteren Anlagen.

Standardisierter Datenaustausch für herstellerübergreifende Roboterflotten

Laut Norm sollen mobile Industrieroboter mehrere Informationen übermitteln können, die für ihre Koordination nötig sind:

  • Ihre Position in der Anlage.
  • Ihre Geschwindigkeit und Fahrtrichtung.
  • Ihren Betriebszustand.
  • Die ihnen zugewiesenen Aufgaben.
  • Ihre Verfügbarkeit für neue Aufträge.

Nach Angaben von A3 soll dieser Austausch Situationen verringern, in denen Roboter sich gegenseitig auf ihren Fahrwegen oder bei der Wegplanung behindern. Der Verband erwartet sich davon eine höhere Verfügbarkeit der Geräte und eine gesteigerte Effizienz robotergestützter Systeme.

Der Geltungsbereich von ISO 21423 geht über die Kommunikation zwischen Robotern hinaus. Er umfasst auch den Austausch mit Maschinen, die von den Robotern bedient werden, mit integrierter Unternehmenssoftware (ERP) sowie mit der Gebäudetechnik von Industriehallen, darunter Aufzüge, automatische Türen und Alarmanlagen. Auch Personen mit mobilen Endgeräten können vergleichbare Informationen teilen, um ihre Arbeit mit den Robotern abzustimmen.

Gemeinsamer Rahmen für Hersteller und industrielle Anwender

Unternehmen, die in Automatisierung investieren, sollen so für jede Anwendung passende Roboter auswählen können, ohne die gesamte Anlage an einen einzigen Anbieter zu binden.

Carole Franklin, bei A3 Leiterin für die Entwicklung von Robotiknormen, erklärt, die Unternehmen wollten „die für ihre Anwendungen passenden Roboter auswählen und sie in derselben Werkshalle zusammenarbeiten lassen“.

Laut A3 forderten große industrielle Anwender schon seit mehreren Jahren eine Interoperabilitätsnorm. Mit ISO 21423:2026 gibt es nun eine gemeinsame Kommunikationsgrundlage zwischen Flotten, die sich in verschiedenen Ländern nutzen lässt.

Der Verband geht zudem davon aus, dass ein gemeinsames Protokoll den Wettbewerb zwischen Herstellern beleben und Innovationen fördern könnte. Betreibern soll die Standardisierung erleichtern, automatisierte Anlagen mit Geräten verschiedener Anbieter zu erweitern. Gleichzeitig soll sie die Auslastung bereits eingesetzter Roboter verbessern.

ISO 21423:2026: Preis bei A3 ab 320 Dollar für Mitglieder

A3 vertreibt das Dokument ISO 21423:2026 in seinem Onlineshop zum Listenpreis von 373 Dollar. Mitglieder des Verbands zahlen für dieselbe Norm 320 Dollar.

Laut A3 ist ISO 21423 zudem die erste Robotiknorm ohne Sicherheitsbezug, an der der Verband mitgewirkt hat. Damit erreicht seine Beteiligung an der internationalen Normungsarbeit für die Industrierobotik eine neue Stufe.