Agile Robots will bis Ende 2027 10.000 Agile 1 ausliefern – runde Formen sollen die Scheu vor Humanoiden nehmen

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Roboter der Marke Agile Robots (Modell nicht angegeben): Nahaufnahme von Kopf und Oberkörper eines weiß-grauen humanoiden Roboters mit leuchtend blauen Augen
Roboter der Marke Agile Robots: Das gezeigte Modell ist nicht unbedingt der Agile 1. © Agile Robots

Agile Robots will bis Ende 2027 insgesamt 10.000 Exemplare seines humanoiden Roboters Agile 1 ausliefern. Der mit künstlicher Intelligenz ausgestattete Roboter übernimmt bereits in mehreren Industrieunternehmen Logistikaufgaben und ist derzeit in der Ausstellung ExSamples26 in Darmstadt zu sehen.

Agile 1 stammt von der Münchner Agile Robots AG. Der humanoide Roboter hat menschliche Größe und ist für den Einsatz im beruflichen Umfeld ausgelegt. An seinem Design hat unter anderem Fabian Wappler mitgewirkt, Mitgründer und Designchef des Unternehmens sowie Absolvent der Hochschule Darmstadt.

Agile 1 im Einsatz: humanoider Roboter in Industrielagern

In mehreren Industrieunternehmen arbeitet Agile 1 bereits als Logistik- oder Lagerassistent. Damit findet der Roboter erstmals konkret Anwendung in der Industrie.

Zudem ist eine KI integriert, mit der sich Gespräche führen lassen. Für die visuelle Kommunikation nutzt der Roboter unter anderem seine Augen, die blinzeln können.

Diese Dialog- und Ausdrucksfähigkeiten unterstützen den Einsatz am Arbeitsplatz. Dort gehört die Interaktion zwischen Mensch und Maschine zu den zentralen Fragen der Konstruktion.

Agile Robots plant 10.000 Auslieferungen bis Ende 2027

Die Agile Robots AG will bis Ende 2027 insgesamt 10.000 Exemplare von Agile 1 ausliefern. Dabei handelt es sich um ein vom Unternehmen ausgegebenes Ziel, nicht um bereits ausgelieferte Stückzahlen.

Das industrielle Vorhaben fällt in eine Phase, in der das Unternehmen Lösungen entwickelt, die Robotik und künstliche Intelligenz verbinden. Fabian Wappler beschreibt Agile Robots als ein Unternehmen, das in diesen Bereichen besonders schnell wächst.

Design von Agile 1: runde Formen gegen die Scheu vor Robotern

Bei der Gestaltung von Agile 1 ging es nicht allein um die industriellen Funktionen. Nach eigenen Angaben hat Fabian Wappler Designprinzipien angewandt, die er während seines Studiums an der Hochschule Darmstadt gelernt hat.

Das Team setzte vor allem auf runde Formen und ein sympathisches Erscheinungsbild. So soll der bedrohliche Eindruck gemildert werden, den ein humanoider Roboter in Menschengröße hervorrufen könnte.

Laut Wappler wirkt ein Roboter optisch weniger einschüchternd, wenn seine Erscheinung eher an kindliche Proportionen erinnert. Diese gestalterische Ausrichtung ergänzt die Interaktionsmöglichkeiten, die die Augen und die Gesprächsfunktionen bieten.

Ausstellung ExSamples26: Agile 1 unter 39 Arbeiten der Hochschule Darmstadt

Gezeigt wird der Roboter in der Ausstellung ExSamples26 auf der Mathildenhöhe in Darmstadt. Er steht in einem von fünf Gewächshäusern, die als Schaukästen für Arbeiten ehemaliger und aktueller Studierender des Studiengangs Industriedesign dienen.

Die Ausstellung umfasst 39 Objekte und Projekte, die zeigen, was aus diesem Studiengang in den vergangenen 25 Jahren hervorgegangen ist. Darunter sind etwa der Ball Brazuca, mit dem bei der Fußball-WM 2014 gespielt wurde, sowie ein Fahrrad mit Bezug zur Tour de France.

Die Professoren Tom Philipps und Tino Melzer, die die Ausstellung verantworten, entschieden sich für Gewächshäuser aus dem Baumarkt. Diese stehen auf Unterbauten aus Brettern und Gemüsekisten. Die Inszenierung soll veranschaulichen, wie sich Designideen schrittweise entwickeln, bis daraus Industrieprodukte werden.

Außerdem sind Abschlussarbeiten zu sehen, die ab 2020 während der Coronapandemie entstanden sind und bislang nicht öffentlich gezeigt werden konnten.