Unitree G1 erreicht Chimborazo-Gipfel auf 6.200 Metern, doch ab 30 Grad Steigung tragen ihn Menschen

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Schneebedeckter Gipfel des Chimborazo bei Sonnenaufgang unter klarem Himmel, ecuadorianischer Vulkan mit 6.200 Metern Höhe
Ein ecuadorianischer Vulkan auf über 6.000 Metern Höhe, Schauplatz eines 16-stündigen Roboteraufstiegs. Foto: Bernard Gagnon / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)

Ein humanoider Roboter hat den Gipfel des Chimborazo erreicht, eines 6.200 Meter hohen Vulkans in Ecuador. Der Roboter mit dem Namen Pemba ist ein modifizierter Unitree G1. Der Aufstieg dauerte 16 Stunden. Vollständig autonom verlief er allerdings nicht: In Passagen mit mehr als 30 Grad Steigung trugen die menschlichen Expeditionsmitglieder den rund 35 kg schweren Roboter. Darüber berichtet Humanoids Daily.

Der G1 ist der zweibeinige Roboter des chinesischen Unternehmens Unitree. Pemba basiert darauf, wurde aber so angepasst, dass er Kälte und Temperaturschwankungen standhält. Die Ingenieure ergänzten Systeme für Wärmemanagement und Belüftung und schützten die Gelenke vor Schnee und Kälte. Laut Hersteller hatte Unitree bereits einen G1 in der Region Altay in Xinjiang bei Temperaturen von bis zu minus 47,4 °C betrieben.

Was der Aufstieg am Chimborazo zeigt und was nicht

Der Aufstieg auf den Chimborazo zeigt, dass ein modifizierter G1 in großer Höhe und bei starker Kälte einsatzfähig ist. Er zeigt aber auch die derzeitige Grenze: Ab einer Neigung von 30 Grad kommt Pemba nicht allein voran. Nach Angaben der Projektverantwortlichen besteht die nächste technische Aufgabe deshalb darin, den Roboter steiles Gelände eigenständig bewältigen zu lassen.

Hinter dem Projekt Pemba steht der Ingenieur Pablo Berlanga Boemare, Gründer von Geologic Dome, der früher an Naturschutzinitiativen des World Wildlife Fund (WWF) beteiligt war. Sein Ziel sind humanoide Roboter, die in abgelegenen Schutzgebieten Überwachungsaufgaben übernehmen und dort Netze aus fest installierten Kameras und Sensoren ersetzen, deren Wartung teuer ist. Die Beobachtung von Wildtieren und Umweltveränderungen, die Überwachung von Wilderei und illegaler Abholzung: All das könnte ein Roboter seiner Ansicht nach langfristig mithilfe seiner Sensoren und künstlicher Intelligenz autonom erledigen. Angebunden wäre er dann über Starlink, geladen würde er mit Solarenergie.

Mount Everest geplant, Genehmigung in Nepal noch offen

Zwei weitere Expeditionen sind im Rahmen einer Reihe namens „Triple Crown“ bereits geplant. Eine davon führt zum Mount Everest. Der Plan sieht vor, den G1 zwischen dem Basislager auf 5.364 Metern und Lager IV auf rund 7.920 Metern einzusetzen. Getestet werden sollen Akku, Gelenkbelastung, Fortbewegung und der Schutz gegen Witterungseinflüsse. Als Einsatzzwecke sind Gletscherüberwachung, Such- und Rettungseinsätze sowie das Einsammeln von Abfall vorgesehen, der am Everest ein besonderes Problem darstellt.

Ein Hindernis bleibt allerdings, und es ist nicht technischer Natur. Nepal verfügt bislang über keinen Rechtsrahmen für Roboterexpeditionen. Laut The Kathmandu Post wollen die zuständigen Behörden zunächst Regeln für nichtmenschliche Bergsteiger aufstellen, bevor sie einen Aufstieg genehmigen. Die Initiatoren des Projekts arbeiten mit der Verwaltung zusammen, um die Verabschiedung dieser Regeln zu beschleunigen. Ein Aufstieg von Pemba auf den Everest wird frühestens für Herbst oder Winter 2026 ins Auge gefasst. Ob er tatsächlich stattfindet, ist ungewiss.

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