
Tesla hat in seinem kalifornischen Werk in Fremont die Anlaufproduktion seines humanoiden Roboters Optimus aufgenommen. Der Schritt in die industrielle Fertigung fällt in eine Phase, in der der Hersteller für das dritte Quartal 2026 einen Rückgang des Nettogewinns um 43 % ausweist.
Am 21. Oktober 2026 gab Tesla den Start der Optimus-Fertigung an einem Standort bekannt, an dem bislang Elektroautos gebaut wurden. Damit treibt der Hersteller seine Entwicklung in den Bereichen humanoide Robotik, künstliche Intelligenz und automatisiertes Fahren weiter voran, sieht sich zugleich aber mit stark steigenden Ausgaben konfrontiert.
Optimus: Anlaufproduktion im Tesla-Werk Fremont gestartet
In seinem Aktionärsbrief zum dritten Quartal 2026 gibt Tesla an, auf einer Fertigungslinie im kalifornischen Fremont die ersten Optimus-Roboter in Serienqualität gebaut zu haben.
Nach eigenen Angaben hat der Hersteller ein Fertigungsverfahren validiert, das sich für ein kommerzielles Produkt eignet. Hardware und Produktionsprozess werden demnach aber weiterhin angepasst.
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Elon Musk bezeichnet diesen Schritt allerdings als Anlaufproduktion. In der Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen warnte der Tesla-Chef, die Stückzahlen würden wegen der Neuheit des Produkts nur langsam und ungleichmäßig steigen.
Mit der Optimus-Fertigung nutzt Tesla die Produktionskapazitäten in Fremont auf neue Weise. Dort hatte das Unternehmen unter anderem die Produktion von Model S und Model X eingestellt, um Flächen für das Roboterprogramm freizumachen.
Elon Musk: 20.000 Optimus-Roboter pro Woche bis Ende 2027
Bei der Vorstellung der Zahlen am 21. Oktober 2026 erklärte Elon Musk, Tesla könne eine Fertigungsrate von 20.000 Optimus-Robotern pro Woche bis Ende 2027 erreichen.
Bei diesem Volumen handelt es sich um ein vom Tesla-Chef ausgegebenes Ziel, nicht um eine bereits erreichte Produktionskapazität.
Musk räumte zudem ein, dass Teile der Roboterkonstruktion noch überarbeitet werden müssten, um die Anforderungen an Sicherheit, Zuverlässigkeit und Haltbarkeit zu erfüllen.
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Eine weitere Baustelle bleibt die Softwareentwicklung. Laut Musk muss Tesla die künstliche Intelligenz von Optimus noch verbessern, damit der Roboter über vordefinierte Szenarien hinaus vielfältige und offene Aufgaben erledigen kann.
Tesla: Nettogewinn sinkt im dritten Quartal 2026 um 43 %
Der industrielle Start von Optimus fällt für Tesla in ein weniger günstiges finanzielles Umfeld.
Laut den vom Hersteller veröffentlichten Quartalszahlen liegt der Nettogewinn im dritten Quartal 2026 bei 787 Millionen Dollar, nach 1,37 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum. Das entspricht einem Rückgang um 43 % gegenüber dem Vorjahr.
Der Gesamtumsatz beläuft sich laut Tesla im Quartal auf 28,04 Milliarden Dollar, nach 28,09 Milliarden Dollar im dritten Quartal 2025 und 28,23 Milliarden Dollar im zweiten Quartal 2026.
Die Ausgaben für KI-Projekte, Optimus und automatisiertes Fahren belasten die Profitabilität des Konzerns. Zum Gewinnrückgang tragen zudem geringere Erlöse aus regulatorischen Gutschriften bei.
Autoverkäufe bleiben Teslas wichtigstes Geschäft
Trotz der Ausweitung auf die Robotik erzielt Tesla den Großteil seines Umsatzes weiterhin mit Elektrofahrzeugen.
Nach eigenen Angaben erwirtschaftete der Hersteller im dritten Quartal 2026 rund 20 Milliarden Dollar Umsatz im Autogeschäft, ein im Jahresvergleich weitgehend stabiler Wert.
Im selben Zeitraum hat Tesla eigenen Angaben zufolge 486.532 Elektrofahrzeuge ausgeliefert, rund 6.000 mehr als im Vorquartal, aber weniger als im dritten Quartal 2025.
Die übrigen Geschäftsbereiche entwickeln sich uneinheitlich:
- Solarenergie und Speicher: Tesla meldet einen Umsatz von 2,8 Milliarden Dollar, 16 % weniger als im Vorjahr. Der Hersteller führt den Rückgang unter anderem auf Rückerstattungen an Kunden im Zusammenhang mit Zöllen zurück.
- Dienstleistungen: Die Erlöse dieses Bereichs, zu dem unter anderem die Abonnements der Fahrassistenzsoftware Full Self-Driving gehören, steigen im Jahresvergleich um 33 % auf 4,6 Milliarden Dollar.
- Profitabilität der Dienstleistungen: Tesla meldet für dieses Segment einen Rekord beim Quartals-Bruttogewinn von 734 Millionen Dollar.
Die Zahlen zeigen, dass die Entwicklung von Optimus in einem Unternehmen finanziert wird, dessen Umsatz nach wie vor überwiegend aus dem Autogeschäft stammt.
Automatisiertes Fahren als weiterer Investitionsschwerpunkt
Parallel zu Optimus entwickelt Tesla seine Software Full Self-Driving (FSD) sowie seine Robotaxi-Dienste weiter.
In der Telefonkonferenz verteidigten Elon Musk, Finanzchef Vaibhav Taneja und Ashok Elluswamy, der die KI-Software verantwortet, die Perspektiven dieses Geschäfts.
Die derzeit für Autofahrer angebotene FSD-Version arbeitet weiterhin nur unter Aufsicht: Der Fahrer muss den Verkehr im Blick behalten und die Kontrolle über das Fahrzeug übernehmen können.
Ashok Elluswamy nannte das zweite Quartal 2027 als möglichen Zeitraum, in dem bestimmte Kundenfahrzeuge per Software-Update für unbeaufsichtigtes Fahren in das Robotaxi-Netz aufgenommen werden könnten.
Dieser Termin bleibt eine Prognose von Tesla. Elon Musk hatte zuvor eine Verfügbarkeit der Technologie im vierten Quartal 2026 in Aussicht gestellt.
Die gleichzeitige Entwicklung von Optimus und automatisiertem Fahren bindet damit die Investitionen des Herstellers, während Autogeschäft und Dienstleistungen weiterhin den Großteil der Erlöse erwirtschaften.