
In Großbritannien wird laut Klipboard 6,7-mal häufiger nach CRM- und ERP-Software gesucht als nach Tools für Angebote und Rechnungsstellung. Die Diskrepanz zeigt sich zu einer Zeit, in der der weltweite Bestand an Industrierobotern rund fünf Millionen Einheiten erreicht.
Die industrielle Automatisierung schreitet voran. Die administrative Abwicklung technischer Einsätze bleibt für Integratoren, Hersteller und Wartungsdienstleister allerdings eine Herausforderung. Eine Analyse von Klipboard, einer Plattform für das Management von Außendiensteinsätzen, zeigt einen Unterschied in der Nachfrage: Planungssoftware wird deutlich stärker gesucht als Lösungen, mit denen sich eine abgeschlossene Leistung in eine Rechnung umwandeln lässt.
CRM und ERP kommen in Großbritannien auf 14.300 Suchanfragen pro Monat
Klipboard hat britische Suchvolumina bis August 2026 ausgewertet. Demnach kommt CRM-Software auf rund 8.900 Suchanfragen pro Monat, ERP-Software auf 5.400. Zusammen entfallen auf diese Kategorien 14.300 Suchanfragen monatlich.
Zum Vergleich: Sechs Kategorien rund um Angebote, Rechnungsstellung und Forderungsmanagement kommen zusammen auf etwa 2.140 Suchanfragen pro Monat. Dazu zählen Rechnungssoftware, Angebotstools, digitale Rechnungsstellung, Mahnwesen und die Abrechnung von Serviceeinsätzen.
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Software für das Management von Außendiensteinsätzen, das sogenannte Field Service Management (FSM), kommt laut Klipboard in Großbritannien auf rund 1.000 Suchanfragen pro Monat. Diese Kategorie dient unter anderem dazu, Fahrten und Einsätze von Technikern zu organisieren. Sie ist ein eigenständiger Indikator und fließt nicht in die Berechnung des Verhältnisses zwischen CRM, ERP und Rechnungstools ein.
Gabriel Cohen, Vice President Go-To-Market bei Klipboard, sieht in den Ergebnissen eher eine eingefahrene Geschäftsgewohnheit als einen Mangel an verfügbaren Technologien. Er fasst das Problem so zusammen: „Die Arbeit ist erledigt, die Informationen bleiben verstreut, und die Rechnung wartet.“
Weltweit sind rund fünf Millionen Industrieroboter in Fabriken im Einsatz
Mit der Verbreitung automatisierter Anlagen wächst der Bedarf an Wartung und an der Nachverfolgung von Einsätzen. Nach Angaben, die die International Federation of Robotics (IFR) im September 2026 veröffentlicht hat, sind weltweit rund fünf Millionen Industrieroboter in Fabriken in Betrieb.
Jede Anlage kann Diagnosen, Reparaturen und den Austausch von Komponenten erfordern. Solche Einsätze umfassen mehrere administrative Schritte: die Einsatzplanung des Technikers, den Einsatzbericht, die Abnahme der ausgeführten Arbeiten und die Rechnungsstellung.
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Für Integratoren von Robotersystemen, Serviceteams der Hersteller und Wartungsunternehmen bestimmt der Informationsfluss zwischen diesen Schritten unmittelbar, wie schnell Leistungen abgerechnet werden.
KI in der Industrie: Nutzung wächst trotz Integrationsproblemen
Daten, die Cisco im April 2026 veröffentlicht hat, zeigen eine breite Nutzung künstlicher Intelligenz in der Industrie. Die Studie bezieht sich auf Unternehmen mit mehr als 100 Millionen Dollar Umsatz und nennt mehrere Kennzahlen:
- 61 % der befragten Unternehmen setzen KI bereits im laufenden Industriebetrieb ein.
- 20 % verfügen über KI-Implementierungen mit fortgeschrittenem Reifegrad.
- 83 % planen, ihre Ausgaben für KI zu erhöhen.
- 57 % geben an, dass Unternehmens-IT (IT) und Betriebstechnik (OT) in gewissem Umfang zusammenarbeiten, 43 % berichten dagegen von einer eingeschränkten oder fehlenden Zusammenarbeit.
In derselben Studie nennen 47 % der Organisationen mit eingeschränkter IT/OT-Zusammenarbeit instabile Netzwerke als größtes Hindernis für einen breiten KI-Einsatz. Zudem sehen 40 % der Befragten die Cybersicherheit als größte Hürde.
Die Ergebnisse verdeutlichen, wie schwierig es ist, IT-Systeme mit den Anlagen und Abläufen an Industriestandorten zu verbinden.
Großbritannien: KI-Integration je nach Branche unterschiedlich weit
Auch der UK Business Data Survey 2026 zeigt deutliche Unterschiede zwischen den Branchen. Unter den Unternehmen, die künstliche Intelligenz nutzen, haben 12 % der Fertigungsunternehmen die Technologie in ihre bestehenden Systeme integriert. Im Bereich Information und Kommunikation sind es 39 %.
Dieser Unterschied betrifft unmittelbar Industrieunternehmen, die Maschinendaten mit ihrer Verwaltungssoftware verknüpfen wollen. Eine Anlage kann zwar eine Störung melden. Diese Information muss anschließend aber an die Teams weitergegeben werden, die den Einsatz planen und dokumentieren.
Abrechnung von Serviceeinsätzen wird für Wartungsdienstleister zur Herausforderung
Zur Veranschaulichung beschreibt Klipboard den Fall eines Sensors, der einen Defekt an einem Palettierer erkennt. Ein Techniker rückt aus, tauscht ein Teil aus und fotografiert die ausgeführte Arbeit. Bleibt der Bericht auf seinem Smartphone und wird erst Tage später ins CRM übertragen, kann die Produktionslinie längst wieder laufen, während die Leistung noch immer nicht abgerechnet ist.
Das Problem liegt also im durchgängigen Informationsfluss zwischen Fertigung, Technikern und Verwaltung. Eine CRM- oder ERP-Software allein garantiert nicht, dass ein abgeschlossener Technikereinsatz noch am selben Tag in Rechnung gestellt wird.
Für Unternehmen, die Roboter und automatisierte Zellen warten, bietet sich daher an, Planung, Einsatzberichte und Abrechnung in einem gemeinsamen Vorgang zusammenzuführen. So lassen sich die für die Rechnungsstellung nötigen Informationen weitergeben, ohne dass sie später erneut eingegeben werden müssen.