
Atlas ist der vollelektrische humanoide Roboter von Boston Dynamics. Er wurde für Handhabungs- und Logistikaufgaben in industriellen Umgebungen entwickelt. Der Roboter ist 1,9 m groß, wiegt 90 kg und verfügt über 56 Freiheitsgrade, eine angegebene Akkulaufzeit von vier Stunden sowie ein System, mit dem er seinen Akku selbst wechseln kann. Hyundai beteiligt sich am ersten Kundenpilotprojekt, bei dem Atlas Teile sortiert und sequenziert.
Das offizielle Datenblatt von Boston Dynamics beschreibt einen Humanoiden, der kurzzeitig Lasten bis 50 kg und im Dauerbetrieb bis 30 kg handhaben kann. Seine Konstruktion kombiniert einen großen Bewegungsumfang, eine visuelle Wahrnehmung mit 360-Grad-Rundumsicht und taktile Sensoren.
In den Industrieprojekten von Hyundai und Kia nimmt Atlas eine zentrale Rolle ein. Erste Tests mit Fahrzeugkomponenten laufen bereits, und Hyundai hat als Ziel 25.000 Atlas-Roboter in seinen Werken bis 2030 ausgegeben. Das Programm setzt auf einen schrittweisen Ausbau der humanoiden Robotik und auf Trainingsmethoden, die menschliche Demonstrationen mit Simulation verbinden.
Technische Daten von Atlas: das offizielle Datenblatt
Die folgenden Angaben stammen aus dem offiziellen Produktdatenblatt von Boston Dynamics, abgerufen am 20. Oktober 2026. Sie geben die vom Hersteller angegebenen Fähigkeiten wieder.
| Merkmal | Offizieller Wert |
|---|---|
| Hersteller | Boston Dynamics |
| Modell | Atlas |
| Typ | Vollelektrischer humanoider Roboter |
| Höhe | 1,9 m |
| Gewicht | 90 kg |
| Nutzlast kurzzeitig | 50 kg |
| Nutzlast im Dauerbetrieb | 30 kg |
| Freiheitsgrade | 56 |
| Reichweite | 2,3 m |
| Bewegungsumfang | Kontinuierlich, laut Boston Dynamics |
| Angegebene Akkulaufzeit | 4 Stunden |
| Akku | Selbstständig an einer Ladestation wechselbar |
| Betriebstemperatur | Von -20 bis 40 °C |
| Schutzart | IP67 |
| Visuelle Wahrnehmung | Kameras mit 360-Grad-Rundumsicht |
| Taktile Wahrnehmung | Ja |
| Erste Nutzer | Ausgewählte Gruppe von Early Adopters |
| Erstes genanntes Kundenpilotprojekt | Hyundai |
Größe und Nutzlast: elektrischer Humanoide mit 1,9 m und bis zu 50 kg
Atlas ist 1,9 m groß und wiegt 90 kg. Boston Dynamics gibt eine kurzzeitige Nutzlast von 50 kg und eine Dauerlast von 30 kg an. Die Unterscheidung steht für zwei Belastungsstufen: eine maximale Kapazität für einzelne Vorgänge und eine Kapazität für längere Handhabungsaufgaben.
Der Roboter besitzt 56 Freiheitsgrade. Diese Zahl beschreibt die Bewegungsmöglichkeiten seiner Gelenkstruktur. Der Hersteller nennt zudem einen kontinuierlichen Bewegungsumfang, eine wichtige Eigenschaft für aufeinanderfolgende Bewegungen und Positionswechsel.
Seine Reichweite beträgt laut offiziellem Datenblatt 2,3 m. Zusammen mit den Angaben zur Nutzlast beschreibt dieser Wert seinen Arbeitsraum, etwa wenn er in einer Produktionsumgebung Teile greifen oder umsetzen muss.
Der vollelektrische Aufbau gehört zu den Merkmalen dieser Atlas-Generation. Der in den Hyundai-Tests gezeigte Roboter verzichtet auf die hydraulische Architektur und setzt stattdessen auf elektrische Aktoren.
Akkulaufzeit: vier Stunden und selbstständiger Akkuwechsel
Boston Dynamics gibt für Atlas eine Akkulaufzeit von vier Stunden an. Der Hersteller hat außerdem einen automatischen Akkuwechsel vorgesehen: Der Roboter kann eine Ladestation ansteuern und seinen Akku dort selbst austauschen.
Mit dieser Funktion soll die Energieversorgung in den laufenden Betrieb des Roboters eingebunden werden. Der Akkuwechsel wird so zu einem robotisierten Vorgang statt zu einem regelmäßigen manuellen Eingriff.
Laut Hersteller ist Atlas für einen Temperaturbereich von -20 bis 40 °C ausgelegt. Zudem erfüllt er die Schutzart IP67, die seine Beständigkeit gegen Staub und Wasser kennzeichnet.
Für seine Wahrnehmung kombiniert er Kameras mit 360-Grad-Abdeckung und taktile Informationen. Beide Datenarten fließen in das Erfassen der Umgebung und in den physischen Umgang mit den gehandhabten Objekten ein.
Atlas bei Hyundai: Sortieren von Dachträgerkomponenten
Hyundai ist der Partner, den Boston Dynamics für das erste Kundenpilotprojekt mit Atlas nennt. Dabei geht es um das Sequenzieren von Teilen unter realen Bedingungen in einer Umgebung der Automobilproduktion.
Eine bei Hyundai gezeigte Anwendung ist das Sortieren von Dachträgerkomponenten für eine Montagelinie. Atlas sortiert diese Teile dabei in einem als autonom beschriebenen Ablauf.
Beim Sequenzieren werden die Komponenten in der Reihenfolge bereitgestellt, die die Produktion erwartet. Es geht also nicht nur darum, ein Objekt von einem Ort zum anderen zu bewegen, sondern darum, den Teilefluss zu organisieren, der eine Linie versorgt.
Das in der Präsentation beschriebene Hyundai-Werk zählt mehr als 1.000 Industrieroboter und knapp 1.500 Beschäftigte. Atlas arbeitet damit in einem Umfeld, in dem Automatisierung bereits verbreitet ist, und übernimmt dort bestimmte Handhabungsaufgaben.
Geleitet wird die Entwicklung des Roboters von Zach Jackowski. In den vorgestellten Arbeiten kommen zudem Prozessoren von NVIDIA zum Einsatz, als Teil der technischen Umgebung für das Training des Roboters.
RMAC in Savannah: das Testzentrum für Atlas
Das Robotics Metaplant Application Center, kurz RMAC, befindet sich auf dem Gelände der Metaplant America bei Savannah im US-Bundesstaat Georgia. Das Zentrum spielt eine wichtige Rolle in den Plänen, Atlas-Roboter in die Produktion von Hyundai einzubinden.
Dort übernehmen Atlas-Roboter bereits Aufgaben beim Sortieren und Sequenzieren von Teilen sowie in der Logistik. Diese Tätigkeiten entsprechen den industriellen Anwendungen, an denen Hyundai und Boston Dynamics arbeiten, um den Einsatz des Roboters in den Werken vorzubereiten.
Für 2027 ist ein Ausbau des RMAC geplant. Geprüft wird unter anderem, die Fläche zu verzehnfachen. Das Vorhaben würde den Ausbau der Tests und der Kapazitäten zur Vorbereitung robotischer Anwendungen begleiten.
Das RMAC ist damit ein Ort für Tests und die betriebliche Vorbereitung. Ein flächendeckender Einsatz von Atlas in allen Produktionslinien von Hyundai und Kia ist davon zu unterscheiden.

Wie Atlas lernt: Teleoperation, Motion Capture und Simulation
Das Training von Atlas stützt sich unter anderem auf menschliche Demonstrationen. Die vorgestellten Methoden kombinieren den Einsatz eines VR-Headsets, Motion Capture und Training in simulierten Umgebungen.
Menschliche Bewegungsabläufe als Grundlage für das Training
Menschliche Demonstrationen liefern Beispiele für Bewegungen und Handhabungsabläufe. Über Teleoperation und Motion Capture lassen sich Informationen darüber gewinnen, wie eine Aufgabe ausgeführt wird.
Diese Daten fließen in den Lernprozess ein, mit dem die Handhabungsfähigkeiten von Atlas ausgebaut werden sollen. Dank der Demonstrationen lässt sich an konkreten Abläufen arbeiten, etwa an denen, die beim Sortieren von Fahrzeugkomponenten gezeigt wurden.
Mehr als 4.000 virtuelle Kopien parallel trainiert
An den vorgestellten Trainingsarbeiten sind zudem mehr als 4.000 virtuelle Kopien von Atlas beteiligt, die sechs Stunden lang in der Simulation trainiert wurden.
Bei diesem Ansatz wird der Roboter digital vervielfacht, um das Training in einer virtuellen Umgebung durchzuführen. Er ergänzt die menschlichen Demonstrationen und die Tests mit physischen Maschinen.
Die sechs Stunden entsprechen der für diese Simulation genannten Trainingsdauer. Es handelt sich nicht um eine vollständige Lernphase, nach der alle industriellen Aufgaben sicher beherrscht würden.
Die Einbindung von Atlas in die Fertigungsprozesse erfolgt schrittweise. Den Berichten zufolge könnte eine dauerhafte Installation mehrere Jahre Entwicklung und Anpassung erfordern.
Hyundai-Ziel: 25.000 Atlas-Roboter in den Werken bis 2030
Hyundai hat als Ziel 25.000 Atlas-Roboter in seinen Werken bis 2030 ausgegeben. Die von Boston Dynamics gelieferten Roboter sollen auf die Produktionsstandorte von Hyundai und Kia verteilt werden.
Die Zahl beschreibt ein Einsatzziel bis 2030, keinen bereits installierten Bestand von 25.000 Maschinen. Die derzeit beschriebenen Aktivitäten betreffen vor allem industrielle Tests und die Arbeiten im RMAC.
Das Programm sieht außerdem den Aufbau einer Atlas-Fertigung in den USA vor, mit einer angestrebten Kapazität von bis zu 30.000 Robotern pro Jahr. Dabei handelt es sich um ein Vorhaben zur Produktionskapazität, das von der Zahl tatsächlich gebauter oder installierter Roboter zu unterscheiden ist.
Der geplante Hochlauf hat damit zwei Dimensionen: die Herstellung der Humanoiden und ihre Einbindung in die Automobilwerke. Bei der ersten geht es um die Fähigkeit, die Roboter zu bauen. Die zweite hängt davon ab, wie gut sie sich an die Abläufe in den Werken anpassen lassen.
Industrieller Wandel wirft soziale Fragen auf
Der Ausbau der humanoiden Robotik bei Hyundai und Kia ruft auch Reaktionen bei den Beschäftigten hervor. Die Gewerkschaft von Kia hat gefordert, einen Verantwortlichen zu benennen, der die Rechte der Mitarbeiter angesichts der Entwicklung von künstlicher Intelligenz und Robotik schützen soll.
Hyundai bemüht sich seinerseits, Sorgen über einen möglichen Stellenabbau zu zerstreuen. Diese Debatte begleitet die Pläne für den industriellen Einsatz von Atlas.
Atlas und Spot: Unterschiede der beiden Boston-Dynamics-Roboter
Atlas ist ein humanoider Roboter für die Handhabung von Bauteilen und die bei Hyundai gezeigten Industrieaufgaben. Boston Dynamics entwickelt zudem Spot, einen vierbeinigen Roboter, der bereits für Inspektionsaufgaben eingesetzt wird.
Bei Hyundai dient Spot unter anderem der Qualitätskontrolle, bei der geprüft wird, ob Komponenten an den Fahrzeugen vorhanden sind. Die beschriebenen Anwendungen unterscheiden sich von denen von Atlas, der Teile sortiert und sequenziert.
Boston Dynamics gibt an, dass mehr als 1.500 Spot-Roboter bei Kunden im Einsatz sind. Den veröffentlichten Angaben zu den Einsätzen zufolge ist Spot zudem in Hunderten von Anlagen vertreten.
Die beiden Plattformen stehen für zwei Formen der Automatisierung: industrielle Handhabung mit Atlas und mobile Inspektion mit Spot. Ihr physischer Aufbau und ihre vorgestellten Aufgaben sind nicht identisch.
Was wir noch nicht wissen
Mehrere Angaben sind mit Stand 20. Oktober 2026 nicht veröffentlicht, oder es liegen dazu keine ausreichend detaillierten öffentlichen Ergebnisse vor.
- Preis: Einen offiziellen öffentlichen Preis für Atlas gibt es nicht. Auch die Preise für Spot und Stretch gehen aus den verfügbaren Informationen nicht hervor.
- Allgemeine Verfügbarkeit: Boston Dynamics spricht von einem Start mit einer ausgewählten Gruppe erster Nutzer, nennt aber keinen Termin für den allgemeinen Marktstart von Atlas.
- Frankreich und Europa: Die Verkaufs- und Verfügbarkeitsbedingungen für Atlas in diesen Märkten sind nicht bekannt.
- Unabhängige Leistungsdaten: Die technischen Daten von Atlas sind Herstellerangaben von Boston Dynamics. Unabhängige Messungen zu Akkulaufzeit, Handhabungsfähigkeiten und Leistung im Betrieb liegen in den berücksichtigten Informationen nicht vor.
- Zahl der eingesetzten Atlas-Roboter: Wie viele physische Roboter bei Hyundai, Kia oder anderen ersten Nutzern bereits installiert und in Betrieb sind, ist nicht belegt.
- Serienfertigung: Die tatsächlich erreichte Produktionsrate für Atlas und der genaue Zeitplan für den Kapazitätsausbau sind nicht bekannt.
Für Atlas liegen damit ein detailliertes offizielles Datenblatt und erste bei Hyundai gezeigte Industrieanwendungen vor. Ob der Roboter in den großflächigen Betrieb übergeht, hängt von der Fortführung der Pilotprojekte, dem Ausbau der Produktion und seiner Einbindung in die industriellen Abläufe ab.
Siehe auch: Spot, der vierbeinige Roboter von Boston Dynamics; Kann man einen Roboter von Boston Dynamics kaufen?; Atlas sortiert bei Hyundai Teile dank menschlicher Demonstrationen; Hyundai plant 25.000 Atlas-Roboter in seinen Werken bis 2030.
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