Xiaomis CyberOne schafft laut Hersteller 98 % beim Mutternanziehen, auf der IFA 2026 formt er Herzen

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Illustration: generischer humanoider Roboter in Laufhaltung in einer Messehalle, zum Thema chinesische Roboter auf der IFA 2026
TrendForce erwartet für dieses Jahr ein Plus von 94 % bei der Produktion humanoider Roboter in China und im kommenden Jahr ein Marktvolumen von 24 Milliarden Yuan. © Robotique Store

Auf der IFA 2026, die am Freitag in Berlin eröffnet wurde, belegten in China gefertigte Roboter einen guten Teil der Halle. Am Stand von Xiaomi formte der humanoide Roboter CyberOne zusammen mit einem Besucher ein Herz aus beiden Händen und erwiderte einen Faustgruß. Eine Messe ist allerdings nicht sein üblicher Einsatzort: Laut einem Xiaomi-Sprecher arbeitet er in einem Werk für Elektrofahrzeuge. Beim Anziehen von Muttern liege seine Erfolgsquote dort inzwischen bei 98 %. Das Unternehmen gibt an, sein Potenzial an den eigenen Fertigungslinien zu testen und die Automatisierung seiner Werke voranzutreiben.

Genau darum geht es dem Hersteller: Ein Roboter, der als Arbeiter präsentiert wird, zeigt sich dem Publikum im Vorführmodus. Aus der Quelle geht nicht hervor, wie autonom diese Begrüßungsgesten abliefen.

Unitree, Dobot, TCL und Hisense: tanzende und gestikulierende Roboter auf der IFA

Im Bereich IFA Next, der Innovationen und Startups gewidmet ist, war in diesem Jahr die größte Ausstellung humanoider Roboter in der Geschichte der Messe zu sehen. Mehrere Exemplare des G1, des humanoiden Modells von Unitree, tanzten in Formation zur Musik. Die Bewegungen wirkten nicht immer flüssig: Einige Roboter schwankten oder hatten Mühe, mit dem Rhythmus der anderen mitzuhalten. Die Exemplare, die zuvor ihre Boxkünste vorgeführt hatten, standen derweil abseits und ruhten, während die übrigen tanzten.

Am Stand von Dobot war ein weiterer Tanzroboter in Pandaform zu sehen. Bei TCL verfolgte der Haushaltsroboter AiMe die Gesten der Besucher mit dem Blick und beantwortete ein Winken mit einer ähnlichen Geste. Der Haushaltsroboter von Hisense fuhr durch die Gänge und kommunizierte über Gesichtsausdrücke, die auf seinem Display erschienen.

Pudu Robotics: D7 feiert Europapremiere

Auch Industrieroboter fielen auf. Der D5 von Pudu Robotics, ein Vierbeiner, der in Korea als Serviceroboter bekannt ist, zeigte, wie er Anlagen inspizieren und bestreifen kann und dabei Treppen und Steigungen bewältigt. Daneben stand der D7, der für Produktion und Logistik ausgelegt ist, vom Materialtransport bis zum Aufnehmen und Montieren von Gegenständen in der Höhe. Nach Angaben eines Pudu-Sprechers war der Roboter damit erstmals in Europa zu sehen.

Laut dem Analysehaus TrendForce dürfte die Produktion humanoider Roboter in China in diesem Jahr um 94 % wachsen. Im kommenden Jahr soll der Markt demnach 24 Milliarden Yuan (3,6 Milliarden Dollar) erreichen.

Saugroboter und Mähroboter: Autonome Haushaltsgeräte entwickeln sich weiter

Die IFA 2026 zeigte zudem, wie sich der Saugroboter weiterentwickelt, der bereits in vielen Haushalten im Einsatz ist. Der chinesische Hersteller Dreame stellte ein Modell vor, das in den Wischmodus wechselt, sobald seine KI-Kamera verschüttete Flüssigkeit erkennt. Dabei fährt eine Walze bis zu 8 Zentimeter aus, eingetrockneten Schmutz löst das Gerät mit Dampf. Es soll mehr als 320 Objektarten erkennen. Roborock nahm dagegen den Außenbereich ins Visier: Sein Lawn Mower Z1 Lidar kartiert die Form eines Gartens, erkennt Hindernisse und plant seine Route selbst. Er überwindet Stufen bis zu acht Zentimeter Höhe und bewältigt Steigungen von etwa 39 Grad.

Die Reaktionen der Besucher fielen gemischt aus, zwischen Begeisterung und Skepsis. Da sich Wohnungen in Aufteilung und Nutzung stark unterscheiden und die Wirtschaftlichkeit von Haushaltsrobotern ungewiss bleibt, verbreiten sich Roboter für Produktion, Handel oder spezialisierte Aufgaben schneller als ihre Pendants für den Haushalt. „Auf der IFA 2026 sind viel mehr Roboter zu sehen als im vergangenen Jahr, aber man hat den Eindruck, dass ein Roboter, der sämtliche Hausarbeiten übernehmen kann, noch in weiter Ferne liegt“, sagt eine Besucherin, die mit ihren beiden Kindern unterwegs war. „Sie sind noch zu langsam und zu teuer.“

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Für Samstag war auf der Messe eine Veranstaltung namens „Robots on the Runway“ geplant, bei der humanoide und vierbeinige Roboter von Unitree, AgiBot, Dobot und Deep Robotics auf einer gemeinsamen Bühne Saltos, Tänze und Posen aneinanderreihen sollten.

Weiterführend: Unitree G1: Datenblatt, Preis und Vorführungen · Unitree: der Hersteller des erschwinglichen humanoiden Roboters