Roboterbestellungen in Nordamerika steigen um 24,8 Prozent, Autozulieferer ordern 90,4 % mehr

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Roboterarm in einem modernen Lager, bereit zum Handling von Paketen und Paletten
Die Bestellungen von Cobots sind im dritten Quartal 2026 um 56 % auf 1.831 Einheiten gestiegen und machen 16,7 % aller Bestellungen des Quartals aus. © Robotique Store

Unternehmen in Nordamerika haben laut A3 im dritten Quartal 2026 insgesamt 10.989 Roboter im Wert von 723,5 Millionen Dollar bestellt. Die Stückzahl stieg um 24,8 %. Einen großen Beitrag leisteten Automobilzulieferer und Cobots.

Der nordamerikanische Markt für Industrierobotik verzeichnet nach Daten der Association for Advancing Automation (A3) sein dynamischstes Quartal des Jahres 2026. Von Juli bis September stieg der Wert der Bestellungen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 26,1 %. Das Plus folgt auf ein erstes Halbjahr, in dem die Bestellungen der Automobilhersteller zurückgegangen waren.

Fast 29.000 bestellte Roboter in den ersten neun Monaten 2026

Laut A3 haben nordamerikanische Unternehmen von Januar bis September 2026 28.984 Roboter für rund 1,89 Milliarden Dollar bestellt. Gegenüber den ersten neun Monaten 2025 entspricht das einem Anstieg von 9,6 % bei der Stückzahl und von 13,3 % beim Auftragswert.

Das Wachstum im dritten Quartal verteilt sich auf mehrere Industriezweige, darunter Automobilkomponenten, Halbleiter, Elektronik und Biowissenschaften. Diese breitere Streuung geht mit Investitionen in die Halbleiterfertigung in den USA und in die heimische Pharmaproduktion einher.

Roboterbestellungen für Automobilkomponenten steigen um 90,4 %

Der Bereich Automobilkomponenten gehört zu den am stärksten wachsenden Segmenten des Quartals. Nach Angaben der A3 lagen die Roboterbestellungen der auf Komponenten spezialisierten Zulieferer um 90,4 % höher als im dritten Quartal 2025.

Auch die Automobilhersteller, die in der Kategorie Automotive OEM zusammengefasst sind, verbuchen wieder ein Wachstum gegenüber dem Vorjahr: Im Quartal stiegen ihre Bestellungen um 7,5 %. In den ersten neun Monaten 2026 lagen sie allerdings noch 17 % unter dem Niveau des Vorjahreszeitraums.

Die übrigen Branchen, die die A3 in der Kategorie All Other Industries führt, verzeichnen ein leichtes Plus von 0,5 % bei der Zahl der bestellten Roboter. Der Bereich Lebensmittel und Konsumgüter verbucht dagegen einen Rückgang um 23,7 %.

Alex Shikany, Executive Vice President der A3, sieht in dieser Entwicklung eine breitere Verteilung der Nachfrage auf verschiedene Branchen und Roboteranwendungen, die über die Automobilhersteller hinausgeht.

Kollaborative Roboter machen 16,7 % der Quartalsbestellungen aus

Besonders deutlich legen die kollaborativen Roboter zu, auch Cobots genannt. Laut A3 wurden im dritten Quartal 2026 insgesamt 1.831 Cobots im Wert von 63,8 Millionen Dollar bestellt.

Die Zahl der bestellten Cobots stieg gegenüber dem dritten Quartal 2025 um rund 56 %. Damit entfallen 16,7 % aller in diesem Zeitraum bestellten Roboter auf Cobots.

Für die ersten neun Monate 2026 zählt die A3 4.605 bestellte kollaborative Roboter im Wert von rund 178 Millionen Dollar. Auf Cobots entfallen 15,9 % der insgesamt bestellten Roboter und 9,4 % des Auftragswerts.

Ihr Anteil unterscheidet sich je nach Branche stark. Von Januar bis September 2026 entfielen auf kollaborative Roboter:

  • 43,8 % der Roboterbestellungen in den Bereichen Biowissenschaften, Pharma und Biomedizin, laut A3.
  • 36,9 % der Roboterbestellungen in den Bereichen Halbleiter, Elektronik und Photonik, laut A3.

Diese Anteile zeigen, welche Rolle Cobots in Industriezweigen jenseits der Automobilproduktion spielen.

Erholung der Industrie in Nordamerika begleitet höhere Roboterbestellungen

Der Zuwachs im Robotikmarkt fällt in eine Phase, in der sich die Industriekonjunktur in Nordamerika verbessert. Der ISM Manufacturing PMI erreichte im September 2026 einen Wert von 54,5. Nach diesem Indikator wuchs die Industrieaktivität damit den neunten Monat in Folge.

Zudem meldet die US-Notenbank Federal Reserve für September 2026 einen Anstieg der Produktion im verarbeitenden Gewerbe um 0,3 %.

Wie sich die Roboterbestellungen bis Ende 2026 entwickeln, hängt unter anderem von den Kosten für Vorprodukte, von handelspolitischen Unsicherheiten und vom Zeitplan großer Industrieprojekte ab. Diese Faktoren können das Tempo der Investitionen in die Automatisierung im vierten Quartal beeinflussen.