Toyota erwägt Berichten zufolge 400.000 Roboter ab 2028, Humanoid Eley soll Handgriffe von Werkern lernen

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Illustration: mobiler Industrieroboter auf Rädern mit Zwei-Finger-Greifern, vergleichbar mit Eley, den Toyota für seine Fabriken entwickelt
Generische Illustration eines mobilen Roboters auf Rädern, vergleichbar mit Eley (50 kg, Hände mit zwei Fingern), den Toyota für seine Fabriken entwickelt. © Robotique Store

Toyota erwägt Berichten zufolge, ab 2028 rund 400.000 Roboter einzusetzen, und entwickelt mit Eley einen 50 kg schweren humanoiden Roboter auf Rädern für industrielle Aufgaben. Die Zahlen stammen aus Presseberichten und sind vom Hersteller nicht bestätigt. Toyota setzt darauf, seine Technologien zunächst in den eigenen Werken zu erproben, bevor eine mögliche Vermarktung in größerem Maßstab folgt.

Toyota treibt seine Entwicklung im Bereich der intelligenten Robotik angesichts der Konkurrenz durch Tesla und chinesische Hersteller voran. Presseberichten zufolge will der Autokonzern die in 20 Jahren Forschung und Entwicklung gewonnene Expertise nutzen, um die Automatisierung seiner Produktion auszubauen und ein Geschäft mit humanoiden Robotern vorzubereiten. Die Strategie verbindet die Entwicklung der Maschinen, künstliche Intelligenz und deren Integration in die Fertigungslinien.

Eley: Toyotas humanoider Roboter lernt Handgriffe von Werkern

Zu den Projekten von Toyota gehört Eley, ein 50 kg schwerer humanoider Roboter auf Rädern, der für industrielle Arbeitsschritte entwickelt wurde, die eine präzise Handhabung von Objekten erfordern.

Laut Automotive World bewegt sich Eley auf Rädern fort, statt zu laufen, und wird per Akku oder Kabel mit Strom versorgt. Statt einer vollständigen humanoiden Hand nutzt er Hände mit zwei Fingern.

Laut Toyota ist Eley darauf ausgelegt, neue Aufgaben durch Beobachtung der Bewegungen von Arbeitern zu erlernen. Der Ansatz zielt insbesondere auf die Handhabung kleiner Teile, etwa das Umsetzen von Bauteilen von einer Kiste in eine andere.

Der Hersteller will damit Fähigkeiten zur Objekthandhabung entwickeln, die auf den Bedarf von Fabriken zugeschnitten sind. Dort spielen Handbewegungen und präzise Handgriffe eine wichtige Rolle.

Eley ist ein Projekt der Technologieentwicklung und kein Produkt für den Verkauf an Unternehmen oder Privatkunden.

400.000 Roboter im Gespräch: 150.000 in Toyota-Werken, 250.000 bei Tochtergesellschaften

Toyota verfolgt demnach ein Programm zur industriellen Automatisierung. Laut Automotive World könnte der Hersteller dafür ab 2028 jährlich bis zu 1.000 Milliarden Yen (6,4 Milliarden Dollar) aufwenden.

Der Hersteller erwägt Berichten zufolge, ab 2028 rund 400.000 Roboter einzusetzen: etwa 150.000 in den eigenen Werken und 250.000 an Standorten seiner Tochtergesellschaften. Toyota hat weder bestätigt, dass diese Investition vollständig umgesetzt wird, noch ihre Dauer genannt. Die Zahlen beruhen auf Presseinformationen, deren Quelle nicht näher angegeben ist.

Die Strategie sieht vor, die Roboter vorrangig in Toyotas eigenen Produktionsstätten einzuführen. Dort sollen die Technologien unter industriellen Bedingungen getestet und Daten gesammelt werden, bevor ein kommerzieller Einsatz bei externen Kunden in Betracht kommt.

Um das Geschäft zu strukturieren, baut Toyota zudem eine eigene Organisationseinheit für Robotik auf, die dem Produktionschef des Konzerns untersteht.

Tomohiro Nomi, bei Toyota für die Forschung an humanoiden Robotern verantwortlich, bezeichnete den Einsatz von Robotern in den eigenen Werken des Herstellers als seine Priorität.

Walden Robotics und KI als Stützen der Toyota-Industriestrategie

Toyotas Robotikentwicklung läuft auch über Walden Robotics, ein Unternehmen, das aus den KI-basierten Robotikaktivitäten des Konzerns hervorgegangen ist.

Walden Robotics hat im Juli 300 Millionen Dollar eingesammelt, bei einer damaligen Bewertung von schätzungsweise 1,1 Milliarden Dollar.

Das Unternehmen hat bereits Mehrzweckroboter in Toyota-Werken in Nordamerika in Betrieb genommen. Seine Aktivitäten sind damit im konkreten industriellen Einsatz verankert.

Parallel dazu hat das Toyota Research Institute (TRI), die US-Forschungseinrichtung des Herstellers, ein KI-Modell entwickelt, das allgemeine Entscheidungen in präzise Roboterbewegungen übersetzen kann, mit Motorsteuerung in Echtzeit.

Diese Technologie kommt auch in Atlas zum Einsatz, dem humanoiden Roboter von Boston Dynamics.

Für Toyota geht es darum, diese KI-Modelle mit den Maschinen und den Fertigungsprozessen zu verbinden. Masahiro Akita, Analyst bei Bernstein, ist der Ansicht, der Hersteller könne vor allem von seiner Fähigkeit profitieren, diese drei Komponenten zu einem stimmigen Industriesystem zusammenzuführen.

Neues Toyota-Werk bei Nagoya soll mehr Roboter einsetzen

Toyota will Anfang der 2030er-Jahre ein neues Automobilmontagewerk in der Nähe von Nagoya in Betrieb nehmen. Es wäre das erste neue Autowerk des Konzerns in Japan seit 2012.

Der künftige Standort soll dem Hersteller die Gelegenheit geben, mehr Robotik und künstliche Intelligenz in seine Produktionsmethoden zu integrieren.

Die Konzernführung will diesen Wandel angesichts des technologischen Wettbewerbs mit chinesischen Unternehmen beschleunigen. An humanoiden Robotern arbeiten unter anderem Tesla, Hyundai Motor, Xiaomi und XPENG.

Die Robotik wird damit zur Erweiterung von Toyotas industriellen Kompetenzen, insbesondere in der Serienfertigung, der Organisation von Lieferketten und der Qualitätskontrolle.

Goldman Sachs: bis zu 540.000 humanoide Roboter für Toyota bis 2035

Nach Prognosen von Goldman Sachs könnte Toyota bis 2035 einen Anteil von 3 bis 8 % am Markt für humanoide Roboter erreichen. Das entspräche einem geschätzten Volumen von 190.000 bis 540.000 Einheiten.

Dabei handelt es sich um Marktprognosen, nicht um eingegangene Bestellungen oder von Toyota bestätigte Produktionsziele.

Der Hersteller könnte auf seine Erfahrung in der Automobilfertigung zurückgreifen, um Roboter in großen Stückzahlen zu produzieren. Ob ein eigenständiges Robotikgeschäft profitabel sein kann, ist unter Analysten und Investoren allerdings umstritten.

Operativ hat für Toyota daher weiterhin Vorrang, seine Robotiktechnologien in den eigenen Industrieanlagen einzusetzen, bevor sie gegebenenfalls auch an andere Unternehmen weitergegeben werden.