Agile Robots und Hitachi haben eine Co-Creation-Partnerschaft geschlossen, um Physical AI in reale Fabriken zu bringen. Das geht aus einer Pressemitteilung hervor, die Agile Robots am 29. September 2026 veröffentlicht hat. Das erklärte Ziel: Robotersysteme entwickeln und vermarkten, die ihre Umgebung wahrnehmen, interpretieren und präzise sowie zuverlässig darauf reagieren können.
Die Rollen sind klar verteilt. Hitachi bringt seine Physical-AI-Technologie und seine Kompetenz in der Systemintegration ein, nach Angaben von Agile Robots zudem mehr als 110 Jahre Erfahrung in der Industrie und bei operativen Technologien. Agile Robots steuert sein Roboterportfolio bei: Roboterarme, mobile Roboter und den humanoiden Roboter Agile ONE. Alle Systeme laufen auf der hauseigenen Softwareplattform AgileCore für Simulation, Steuerung und Orchestrierung.
Das Problem: Variation, mit der klassische Automatisierung schlecht zurechtkommt
Fabriken automatisieren seit Jahrzehnten, doch viele Aufgaben werden weiterhin von Hand erledigt: Teile handhaben, Maschinen beschicken, montieren, eine Linie auf ein neues Produkt umrüsten, Material zwischen zwei Prozessschritten transportieren. Bei diesen Tätigkeiten gibt es Variation, und konventionelle Automatisierung kommt damit schlecht zurecht. Ein Roboter, der für ein Teil in einer bestimmten Lage programmiert ist, stößt an seine Grenzen, sobald sich das Teil oder seine Position ändert. Agile Robots präsentiert Physical AI als Antwort auf diese Starrheit: einen Roboter, der sich an veränderte Bedingungen anpasst, statt eine festgelegte Abfolge zu wiederholen.
Was Hitachi und Agile Robots gemeinsam entwickeln wollen
Die Pressemitteilung nennt drei Arbeitsschwerpunkte:
- Physical-AI-Fähigkeiten. Die Technologie und das operative Know-how von Hitachi sollen mit den Robotern und der Software von Agile Robots kombiniert werden.
- KI-Chips im Roboter. Die Edge-AI-Halbleiter von Hitachi sollen in die Roboter integriert werden, um Wahrnehmungsdaten schnell zu verarbeiten.
- Einsatz. Die Produkte sollen vermarktet und in die Produktion gebracht werden. Hitachi wird sie über HMAX Industry anbieten, sein Portfolio an Lösungen für industrielle KI, Agile Robots seinen eigenen Kunden.
Langfristig wollen die beiden Unternehmen ganze Abläufe koordinieren, bei denen mehrere Roboter, Maschinen und Menschen zusammenarbeiten. Dabei handelt es sich um ein angekündigtes Ziel, nicht um einen bereits nachgewiesenen Einsatz.
Das sagen die Chefs von Agile Robots und Hitachi
Zhaopeng Chen, Gründer und CEO von Agile Robots, fasst die Herausforderung zusammen: Physical AI werde die Industrie nur dann verändern, wenn sie in der Fabrik und im großen Maßstab zuverlässig funktioniere. Er verweist auf die Robotiklösungen seines Unternehmens, von Armen über mobile Roboter bis zum humanoiden Agile ONE, die er als bereits im industriellen Betrieb erprobt beschreibt.
Yoshimitsu Takagi, Vice President und Executive Officer sowie CEO der Business Unit Industrial Solutions im Sektor Connective Industries der Hitachi, Ltd., bezeichnet die Partnerschaft als wichtigen Schritt, um das Physical-AI-Geschäft von Hitachi zu beschleunigen. Er spricht von einem Einsatz von Physical AI, der sich nicht auf intelligente Roboter beschränke, sondern auch auf den autonomen Betrieb ganzer Fabriken ziele.